Newsletter | Juni 2026

Heiße Themen bei heißen Temperaturen! Der Sommer ist in vollem Gange und die Aktionssaison ist gestartet. Passend dazu geht unser Projekt zu Klimaanpassung und Fußverkehr in die heiße Phase. Außerdem berichten wir zu Politik, Protesten und Planung für besseres Gehen.

Viel Spaß beim Lesen!

Kurzfilme: Es geht auch anders! Superkräfte für den Fußverkehr

Unsere aktuelle Kurzfilm-Kampagne zeigt, wie Straßen aussehen könnten, wenn FUSS e.V. Superkräfte hätte: Breite, freie Gehwege, sichere Querungen, Platz für Begrünung, Aufenthalt und stadtverträgliche Mobilität.

Da wir leider (noch) keine Superkräfte haben, sind wir auf Eure Unterstützung angewiesen! Hier könnt Ihr dem Fußverkehr Superkräfte verleihen:

Mitglieder sind eine wichtige Säule des Vereins: Sie geben uns finanzielle Planbarkeit und eine starke Stimme nach außen.

Alle drei Filme stehen auf der Projektwebsite zum kostenlosen Download zur Verfügung und können ausdrücklich gern auf Social Media geteilt, an den Bekanntenkreis weitergeschickt und auf Veranstaltungen gezeigt werden. Je mehr Menschen sie sehen, desto besser.

Das Projekt wurde mit Fördermitteln des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamts realisiert.

Sommeraktionen in den Modellstädten legen los

Passend zur ersten großen Hitzewelle in Deutschland nimmt das Programm für die Sommeraktionen im Projekt „Besseres Klima in Kommunen geht gut“ Form an.

Wir starten in Luckenwalde am Donnerstag, 9. Juli mit einer Auftaktveranstaltung am Bahnhof. Von 14 bis 17 Uhr gibt es ein Programm mit Projektvorstellung, Podiumsdiskussion und Mitmachangeboten wie zum Beispiel Bastelaktionen für Kinder und Jugendliche. Auch der BUND und die Wildnisstiftung sind dabei. Weitere Termine sind in Planung.

Weiter geht es am Samstag, 18. Juli in Nürtingen mit einem Infostand auf dem Platz vor der Stadthalle K3N. Von 11 bis 16 Uhr wird es dort ein Quiz und eine Temperaturmess-Challenge geben. Außerdem soll an der Ecke Uhland-/ Steinenbergstraße symbolisch ein Zebrastreifen ausgerollt werden.

In Hannover werden vom 31. Juli bis zum 20. September zwei Orte am Engelbosteler Damm bespielt. Dort sollen nach und nach Pflanzen in Kübeln aus den Herrenhäuser Gärten, Hochbeete sowie Wassertanks zum Gießen Einzug halten. Zudem ist für den 10. und 11. August ein Parklet-Bau-Workshop geplant. Engagierte Bewohner*innen aus der Nordstadt wollen kleine Events wie zum Beispiel Spieleabende organisieren.

Die Stadt Köln möchte zusammen mit uns und dem VCD sogenannte Wanderbäume (eine Art Baum-Sitzbank-Kombination auf Rädern) in das Pantaleonsviertel bringen. Aktuell läuft hierfür eine Anwohnenden-Befragung zu Baumpatenschaften. Sollte sie ausreichend Interesse ergeben, wird der Einzug der Bäume am Samstag, 22. August ab 15 Uhr gefeiert.

Wir freuen uns über alle, die vorbeikommen!
Infos und Termine: www.fuss-ev.de/klima-geht-gut

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Fußverkehrskongress FUKO

Der FUKO 2026 findet am 29. und 30. September in Bielefeld statt. Die Teilnahme am Fußverkehrskongress ist kostenfrei. Die Anmeldung ist seit voriger Woche möglich.

FUSS e.V. ist wie immer mit einem Ausstellungsstand sowie in mehreren Foren vertreten. Unsere Vorstandsmitglieder Roland Stimpel und Wolfgang Packmohr moderieren und referieren am Mittwochvormittag im Forum 2C zum Thema Barrierefreiheit: Wie schaffen wir Raum zum Gehen? Wie gehen wir mit angeordnetem Gehwegparken um? Wie kommen wir barrierefrei und bequem zur Haltestelle? Hier geht’s zum FUKO-Programm.

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FUSS-Mitgliederversammlung

Nicht vergessen: Am 7. November 2026 findet unsere Mitgliederversammlung statt, diesmal aus Kostengründen in Berlin. Auch wenn die Anreise für den einen oder die andere weit sein mag – es lohnt sich! Nicht nur für das Sightseeing in der Hauptstadt (der Veranstaltungsort ist direkt am Alexanderplatz mit Blick auf den Fernsehturm ;), sondern auch für das geplante spannende Rahmenprogramm. Und nicht zuletzt natürlich für die Chance, strategische Entscheidungen im Verein aktiv mitzugestalten. Wie immer werden auch wieder Vorstand und Vereinsrat gewählt. Mehr Infos zu Programm und Anmeldung schicken wir rechtzeitig.

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Breites Bündnis gegen Berliner E-Scooter-Chaos auf Gehwegen

Ein Großteil der Menschen in Berlin hat das Chaos der Leih-E-Scooter satt. Alle Parteien versprechen Besserung – aber keine sagt, wann. Verkehrssenatorin Bonde plant 700 virtuelle (nur in der App sichtbare) E-Scooter-Stationen auf Gehwegen. Dort droht sich das Chaos künftig zu ballen. Zudem ist zu befürchten, dass dann noch öfter illegal auf Gehwegen gefahren wird.

Für ein rasches Ende des wilden E-Scooter-Abstellens haben der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein und FUSS ein breites Bündnis geschmiedet, dem sich mittlerweile bereits 37 Organisationen angeschlossen haben. Deren Mitglieder vertreten weit über eine Million Menschen in Berlin und haben ein breites Spektrum: Soziales, Senioren, Menschen mit Behinderungen, Umwelt, Verkehr, Stadtkultur und Denkmalschutz.

Gemeinsam fordern wir: Abstellen nur noch an festen Plätzen! Damit E-Scooter einen Beitrag zur Verkehrswende leisten können, dürfen sie andere stadtverträgliche Mobilitätsformen nicht gefährden. Mehr Infos hier

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Gehweg mit „Radverkehr frei“: keine Dauerlösung!

Auf den ohnehin oft schon schmalen Gehwegen droht es bald noch enger zu werden: Die Bundesregierung hat beschlossen, ab 1. März 2027 auch E-Scooter auf allen Wegen zuzulassen, die für den Radverkehr freigegeben sind – somit auch auf gemeinsamen Geh-Rad-Wegen und auf Gehwegen mit dem Zusatzschild „Radverkehr frei“. Andererseits sollen die Verkehrsbehörden aber bis dahin prüfen, ob solche Wege tatsächlich auch noch E-Scooter-Verkehr vertragen. FUSS e.V. unterstützt die Kommunen bei der Bestandsaufnahme von betroffenen Straßen und ruft zum Mitmachen auf. Mit wenigen Klicks lässt sich ermitteln, welche Gründe ggf. gegen die Freigabe für E-Scooter und auch für Fahrräder sprechen. Mehr dazu hier

Wie es anders gehen kann, zeigt ein Beispiel aus dem baden-württembergischen Nürtingen. Ein etwa 1,30 m bis 1,50 m schmaler Gehweg, der für den Radverkehr freigegeben war, sorgte in der Vergangenheit regelmäßig für Konflikte. Die Stadt entschied sich nun dazu, die Oberensinger Straße in eine Fahrradstraße umzuwandeln und den Gehweg wieder vollständig den Zufußgehenden zu überlassen. Zugleich sollen auf der Fahrbahn große Piktogramme und zwei zusätzliche Stoppschilder an den Einmündungen dem Radverkehr gegenüber Kraftfahrzeugen Vorrang geben und so für Sicherheit und eine Beruhigung des Verkehrs sorgen.

links ein für den Radverkehr freigegebener Fußweg - links nach dem Umbau ein Gehweg und eine Fahrradstraße

Leitfaden: Fußverkehr systematisch in der Kommune verankern

Wie gelingt der Einstieg in die Praxis trotz knapper personeller und zeitlicher Ressourcen? Die AGFS NRW (Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen) unterstützt Kommunen bei dieser herausfordernden Aufgabe mit ihrem Handlungsleitfaden zur Förderung des Fußverkehrs in den Kommunen. Er hilft, den eigenen Stand zu analysieren und konkrete nächste Schritte abzuleiten.

Der Leitfaden zeigt in fünf Handlungsfeldern, wie der Fußverkehr als eigenständige Verkehrsart systematisch und dauerhaft in der Verwaltung verankert werden kann.

Aktuell wird der Leitfaden überarbeitet und weiterentwickelt. Die Erfahrungen und Perspektiven der Mitgliedskommunen fließen dabei gezielt ein.

Essen und Berlin – Protest gegen Rückabwicklung der Mobilitätswende

Unabhängig voneinander passiert in Essen und Berlin derzeit Ähnliches.

FUSS e.V. Essen beteiligt sich an den Protesten gegen die Rücknahme des Essener Radentscheides und unterstützt die Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren. “Die Stadt Essen hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil des Radfahrverkehrs am Gesamt-Verkehrsaufkommen bis zum Jahr 2035 auf 25 % zu erhöhen. Da die Verlagerung vom Automobilverkehr zum Radfahrverkehr erfolgen soll, ist es selbstverständlich, die erforderlichen Flächen dem Automobilverkehr zu entziehen. Eine weitere Verlagerung zu Lasten des fußläufigen Verkehrs, wie sie auf vielen Gehwegen vorgenommen wurde (Radfahren frei), und das illegale Ausweichen auf Gehwege, weil die Fahrbahnen für Radfahrer zu gefährlich sind, gefährden die Sicherheit von Fußgängern.“, erklärt der Sprecher der Ortsgruppe Essen und Mitglied des Bundesvorstands Wolfgang Packmohr.

Wolfgang Packmohr mit Protestschild bei einer Demo in Essen
Wolfgang Packmohr bei einer der Protestaktionen

Auch in Berlin hat sich derweil ein Protestbündnis gegen die drohende Verwässerung des dortigen Mobilitätsgesetzes formiert, welches aus dem Volksentscheid Fahrrad hervorgegangen war und mittlerweile auch einen Fußverkehrsteil enthält. Die Verbände ADFC Berlin, BUND Berlin, Bürger*innenInitiative A100, Changing Cities, Deutsche Umwelthilfe, VCD Nordost und FUSS e.V. kritisieren in einer gemeinsamen Pressemitteilung den Frontalangriff auf den Umweltverbund. Der Berliner Landesverband des FUSS e.V. befürchtet, dass die Gesetzesnovelle noch mehr Radverkehr und E-Scooter auf Gehwege bringen wird, statt die dringenden Sicherheitsprobleme anzugehen. Die Novelle des Mobilitätsgesetzes soll diesen Donnerstag verabschiedet werden. Hier das Statement des FUSS e.V. Berlin

Fotocollage der Ampellauf-Aktion der FUSS Bezirksgruppe Berlin Reinickendorf

FUSS e.V. vor Ort

Berlin Reinickendorf: Ampellauf statt Ampelfrust!

Am 20. Juni, dem Tag der Verkehrssicherheit, machte die Bezirksgruppe Berlin-Reinickendorf am Kurt-Schumacher-Platz den Härtetest: Reicht die Grünphase für Menschen zu Fuß? Spoiler: Wer keine olympische Sprintkarriere anstrebt, hat es manchmal schwer.

Der Ampellauf sorgte nicht nur für Bewegung, sondern auch für viele spannende Gespräche. Mit Passant*innen diskutierten wir über die autogerechte Stadt, eine gerechtere Verteilung des öffentlichen Raums und die Frage, warum Engagement eben doch etwas bewegt. Denn Resignation verändert keine Ampelschaltung – ehrenamtlicher Einsatz schon.

Ein Wunsch wurde dabei immer wieder laut: Mehr Ruhezonen und Parklets für Menschen statt noch mehr Platz für parkende Autos. Gerade Reinickendorf hat hier noch ordentlich Nachholbedarf und ist leider ein echtes Schlusslicht. Großen Dank an alle, die trotz der Hitze mitgemacht haben. Denn jede kleine Verbesserung beginnt damit, dass jemand den ersten Schritt macht. Zum FUSS e.V. Reinickendorf

Unsere Arbeit ist nur dank der Hilfe unserer Fördermitglieder und Spender:innen möglich. Jeder Beitrag zählt!­

27.08.26