Newsletter | Mai 2026

Vielfältiges zivilgesellschaftliches Engagement auf der einen Seite, politische Rückschritte und Blockaden auf der anderen. Der Einsatz für bessere Mobilität erfordert Ausdauer und Geduld – im aktuellen politischen Klima mehr denn je. Umso entschlossener kämpfen wir für Tempo 30 und freie Gehwege.

Viel Inspiration beim Lesen unseres Newsletters!

Fußverkehrspreis 2027: Kommunen gesucht, die das Gehen fördern

Die Bewerbungsphase für den 3. Fußverkehrspreis Deutschland ist gestartet! Bis zum 12. Oktober 2026 können sich Kommunen mit ihren Projekten und Maßnahmen für sicheres, barrierefreies und attraktives Zufußgehen bewerben. Zusätzlich wird der Sonderpreis „Das Klima geht zu Fuß“ für klimaangepasste Lösungen vergeben. FUSS e.V. lobt den Preis bereits zum dritten Mal aus. Frühere Preisträger sind Kiel, Pleidelsheim, Berlin sowie Leipzig, Leinfelden-Echterdingen und die sächsische Arbeitsgemeinschaft “wegebund.” Die Preisverleihung findet im Rahmen des Bundesweiten Umwelt- und Verkehrskongresses BUVKO am 3. April 2027 in Wiesbaden statt.

 

Tempo 30: Neue Publikation des FUSS e.V.

Tempo 30 senkt erwiesenermaßen die Zahl der Getöteten und Verletzten, reduziert Lärm und Abgase und steigert Gesundheit und Lebensqualität. Dennoch hält Deutschland weiterhin an Tempo 50 als Regelgeschwindigkeit fest. In einem Wirrwarr von Ausnahmefällen ist mit bürokratischem Aufwand auch heute schon Tempo 30 stellenweise möglich. Die aktuelle Fachbroschüre von FUSS e.V. erklärt, wo und wie. Vor allem aber ist sie ein Plädoyer für 30 als Regel und 50 als Ausnahme: Unbürokratischer, sicherer und stadtverträglicher. Die Publikation gibt’s hier zum kostenlosen Download.

 

Berliner Mobilitätsgesetz: Gehraum bedrängt, Gehraum bekleckert

Berlin hat seit fünf Jahren Deutschlands fortschrittlichstes Mobilitätsgesetz. Jetzt drohen Rückschläge. Nicht nur für die Hauptstadt wäre das ein Verlust. Hier unser Statement dazu.

 

FUSSverkehrs-Akademie: Berlins Grüne Hauptwege

Kann man eine Großstadt erwandern? Auf jeden Fall! Berlins vielfältige Stadtlandschaften kann man sehr gut zu Fuß erleben, abseits der bekannten Straßen. Um die Menschen in Alltag und Freizeit in Bewegung zu bringen und ihre Identifikation mit dem eigenen Kiez und der Stadt zu stärken, wurde ein Netz von Stadtwanderwegen entwickelt.

Wie wurde Berlin zum Wandergebiet? Welche Herausforderungen sind zu bewältigen, um das Wandern in der Großstadt zu etablieren? Und: Sind die Grünen Hauptwege immer grün? Das erfahrt ihr von Katrin Rittel (Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Berlin) in unserer nächsten FUSSverkehrs-Akademie. Im Anschluss an den Vortrag ist wie immer Zeit für Fragen, Diskussion und Austausch.

Wann? Donnerstag, 4. Juni, 18-19 Uhr
Wo? Online per Zoom
Wie? Hier anmelden. Den Teilnahme-Link verschicken wir rechtzeitig an alle Angemeldeten.

 

Sommeraktionen: Das „Geh-Klima“ kann sich sehen lassen

Die vier Modellstädte unseres Projekts „Besseres Klima in Kommunen geht gut“ – Hannover, Köln, Luckenwalde und Nürtingen – bringen diesen Sommer testweise Maßnahmen zur Fußverkehrsförderung und Klimaanpassung auf die Straße. Dabei handelt es sich um temporäre Maßnahmen wie zum Beispiel das Aufstellen von Sitzgelegenheiten, Pflanzkübeln und sogenannten „Wanderbäumen“. Auch Wasserelemente (Sprühnebelstationen) und Spielmöglichkeiten für Kinder sind geplant. Die Maßnahmenideen kommen direkt aus der Zivilbevölkerung – sie wurden im Frühjahr bei den gemeinsamen Ideenwerkstätten entwickelt.

An den Aktionstagen werden in jeder Stadt an einem oder mehreren Standorten kleine Straßenfeste mit Infoständen, Verpflegung und Mitmachaktionen veranstaltet. So manche „Stadtmöbel“ sollen den ganzen Sommer im Straßenraum sichtbar und nutzbar sein. Ziel der Aktionen ist, auf die Themen Fußverkehr und Klima aufmerksam zu machen, Feedback aus der Bevölkerung zu den Maßnahmen zu sammeln und langfristig Verbesserungen zu erreichen.

Wir freuen uns über alle, die vorbeikommen. Die Termine der Aktionstage und die Berichte zu den Ideenwerkstätten finden sich online unter www.fuss-ev.de/klima-geht-gut.

 

­Die neue MobiLogisch ist da

Unsere Mobilitätswende-Zeitschrift beschäftigt sich diesmal mit dem Schwerpunktthema “Tempo 30”.

Weitere Themen in dieser Ausgabe:

  • Deutschlands Tempo-Komplex
  • Mülltonnen auf dem Gehweg: Muss das sein?
  • Gehwegparken in Zahlen
  • Ideen für Klimaresilienz und Fußverkehrsfreundlichkeit
  • Fußverkehrspreis 2027
  • Der Wundertunnel – Pfaffensteigtunnel und Gäubahn
  • Haltestellen barrierefrei gestalten
  • Magnetbahnen für den Nahverkehr
  • Begegnungszonen: StVO-Ergänzung überfällig

…und viele mehr. Wer die MobiLogisch noch nicht hat, kann sie hier bestellen oder direkt abonnieren.

Übrigens: Ab 2027 wird die MobiLogisch nur noch digital erscheinen. Wer die Zeitschrift bereits liest und uns helfen will, sie auf die Bedürfnisse möglichst vieler Leser:innen abzustimmen, kann gern an unserer Umfrage teilnehmen.

 

Gemeinsam für “Saubere Luft 2030”

FUSS e.V. ist dem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) initiierten Bündnis „Saubere Luft 2030“ beigetreten. Gemeinsam setzen sich die Bündnispartner für die sichere und flächendeckende Einhaltung der ab 2030 geltenden EU-Luftqualitätsgrenzwerte sowie für die schnellstmögliche Umsetzung der WHO-Empfehlungen ein. Ziel ist es, Gesundheitsschutz und Luftreinhaltepolitik stärker miteinander zu verbinden, das Thema in die öffentliche Debatte zu bringen und den politischen Handlungsdruck zu erhöhen. Das Kick-off Treffen hat Ende April stattgefunden.

 

Zu Fuß Klimataler sammeln

Mit der kostenlosen App „Klimataler“ wird jeder Schritt belohnt: Wer zu Fuß geht, sammelt Klimataler und kann sie gegen freie Eintritte in lokale Orte wie Schwimmbäder oder Museen oder Rabatte bei lokalen Händlern eintauschen. Die App zeigt individuelle Gehzeiten und Wegstrecken übersichtlich an und motiviert zu mehr Bewegung im Alltag. Außerdem erlaubt sie die Vernetzung mit anderen, zum Beispiel für Wettbewerbe zwischen Ortsgruppen! Gleichzeitig helfen anonymisierte Bewegungsdaten dabei, den Fußverkehr sichtbar zu machen – eine wichtige Grundlage für bessere Planung und stärkere politische Argumente für den Fußverkehr. Jetzt mitmachen und Schritte in Wirkung verwandeln!

 

Zufußgehen – der Klebstoff zwischen allen Mobilitätsformen

Auf Einladung der Deutschen Bahn hielt FUSS e.V. einen Vortrag auf der Konferenz „Anschluss erreichen“. Thema der Konferenz am 19. und 20. Mai in Berlin war die Anschlussmobilität zwischen Bahn, Fahrrad, Fußverkehr und E-Scootern. In ihrem Beitrag mit dem Titel „Ohne Fußverkehr kein Bahnverkehr“ plädierte FUSS-Vorständin Claudia Nowak dafür, die Rahmenbedingungen bewusster auf die Belange des Fußverkehrs auszurichten. Denn, so Nowak: „Zufußgehen ist die Königsmobilität – es erschließt Räume individuell und ist der Klebstoff zwischen allen Mobilitätsformen.“ Gehen wird in der Planung allzu oft als selbstverständlich angesehen und der öffentliche Raum immer noch zu häufig von innen nach außen geplant. Wenn wir den Umweltverbund wirklich stärken wollen, müssen wir das enorme Potenzial für das Gehen auf der Strecke und in der Aufenthaltsqualität für alle heben.

FUSS e.V. vor Ort

Kempens Engagement für getrennte Fuß- und Radwege

“In Kempen sind viele Gehwege schmal, sollen aber von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden. Warum ein Paar aus Kempen das für gefährlich hält – und andere Lösungen fordert.” So beginnt der Artikel in der Rheinischen Post (nur für Abonnent:innen) über Gisela und Stefan Ditzens Engagement.

Seit Jahren kritisieren die Aktiven des FUSS e.V. Kempen gemeinsam mit dem lokalen ADFC und VCD die schmalen gemeinsame Geh- und Radwege und fordern mehr Tempo-30-Zonen. Es gab eine Klage gegen die Stadt, Presseberichte und Proteste. Bislang ohne Erfolg. “Die Menschen wollen doch mobil sein, aber sie haben keine Wege dafür“ beklagt Gisela Ditzen. Immer wieder beobachtet sie gefährliche Situationen, sowohl für Menschen zu Fuß als auch auf dem Rad.

Auslöser für ihr Engagement war für das Ehepaar Ditzen ein schwerer Fahrradunfall seines Sohnes vor 15 Jahren. „Das war der Punkt, an dem wir gesagt haben: Das darf keinem mehr passieren.“, sagt Gisela Ditzen. Ihr Sohn hatte Glück und behielt keine Schäden. Mittlerweile ist er 32. Nun setzen sich seine Eltern dafür ein, dass die heutigen Kinder in Kempen sicher zur Schule und zum Sport kommen.

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Tempo 30 Schild mit Zusatzschild "Bitte rücksichtsvoll fahren"

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28.05.26