Oberhofer Straße umgestaltet

Wohnstraße fußgängerfreundlich umgestaltet

Der FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr begrüßt die Umgestaltung der Oberhofer Straße in der Östlichen Vorstadt. Die Erneuerung dieses Straßenraumes wurde kostengünstig möglich durch die notwendige

Oberhofer Straße

Sanierung des Grundkanals in offener Bauweise. Die sehr schmalen beidseitigen Bürgersteige wurden aufgegeben. Stattdessen hat man nun genügend Platz zum Gehen in der Mitte der Straße. Der Parkverkehr ist so geordnet, dass alle Eingänge zu den Vorgärten von der Mitte aus frei zugänglich sind.

Das Besondere an dieser Straße

In der Oberhofer Straße gibt es „nur noch“ 14 Stellplatze für Pkw, dafür umso mehr Fahrradbügel (22). Durch die versetzte Anordnung der Abstellflächen für Fahrzeuge ergeben sich zwei geräumige Flächen von Zaun zu Zaun.
Wer in dieser „Spielstraße“ geht, hat nicht das Gefühl, auf einer Fahrbahn zu gehen, sondern auf einem breiten Weg, auf dem zuweilen auch gefahren wird (Anwohner, Paketboten, Briefträger).

Zum Vergleich: In den noch nicht umgebauten Parallelstraßen stehen ca. 25 Pkw am Fahrbahnrand, und es gibt in nur zwei Straßen jeweils 5 Fahrradbügel und viele Fahrräder an den Zäunen.

Zeitgerechte Aufteilung des Straßenraumes

Die Stadt Bremen hat mit der Umgestaltung der Oberhofer Straße Mut bewiesen, gab es doch den gewohnten Widerstand einiger Pkw-Besitzer. Nach wie vor stellen sie die Frage, wo man denn sein Auto lassen soll, wenn es nur so wenige Stellplätze gibt wie in der Oberhofer Straße.
Dazu meint Angelika Schlansky, Sprecherin von FUSS e.V. Bremen:
„Ein privates Automobil – für viele Menschen so normal wie der Besitz eines Kühlschranks oder einer Waschmaschine – steht im öffentlichen Raum und nicht in der Küche oder dem Keller. Wer keine Garage hat oder mieten kann, sollte daran denken, dass durch das Parken Flächen besetzt werden, die zum Wohle der meist autolosen Bewohner des Rennstiegviertels besser genutzt werden könnten, z.B. für das Aufstellen von Bänken oder das Pflanzen von Bäumen.“

Parallelstraße zur Oberhofer Str.

Der Mangel dieses Projektes

Die verwendeten Pflastersteine für den Weg/ die Fahrbahn sind sehr rau, die Oberfläche also holperig. Wie sollen Kinder hier – in dieser „Spielstraße“ z.B. das Skaten üben, die Straße mit Kreide bemalen. Der raue Belag ist auch für blinde Menschen und Menschen mit Rollator und Rollstuhl ein Problem, wie Übergänge mit dieser Pflasterung gezeigt haben.

Zu befürchten ist außerdem, dass sich in den Vertiefungen Schmutz sammelt und Gras wächst. Die Oberfläche müsste glatter sein, aus Gründen der besseren Nutzung und der Pflege. Ein Baum und eine Bank wären schön.

Fazit

Die Neugestaltung weiterer Wohnstraßen nach dem Muster der Oberhofer Straße ist zu begrüßen. Die Oberfläche sollte jedoch so glatt wie möglich sein, damit spielende Kinder, blinde Menschen, Menschen mit Rollator und Rollstuhl und auch Radfahrerinnen und Radfahrer es leichter haben.
Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und zur Beschattung (Hitzesommer) sollten Bänke und Bäume eingeplant werden.

Angelika Schlansky

03.09.26