Radpremiumroute am Osterdeich

Entspannung für den Fußverkehr 

Der Ausbau der Radpremiumroute, die langfristig Bremen Nord mit Achim verbinden soll, kommt voran. Ein Teilstück am Osterdeich erfreut bereits alle, die zwischen Innenstadt und Lüneburger Straße mit Fahrrad oder Roller schnell vorankommen wollen. Hier kann gute Infrastruktur für den Radverkehr erlebt werden, so kann es laufen, am Osterdeich sogar ohne Einschränkung des Kfz-Verkehrs. Dieser fließt nach wie vor, verlangsamt, was für alle Anwohnerinnen und Verkehrsteilnehmer angenehmer und sicherer ist.

Im Zuge der Umsetzung dieses Teilstückes ist die Förderung des Fußverkehrs mitgedacht worden – parallel dazu verläuft ein eigener Fußweg, als solcher auch ausgeschildert. Hohe Bäume spenden Schatten, Bänke und einen wunderbaren Blick auf Weser, Wiesen und Weserstadion gibt es hier auch. Das ist ein Beispiel gelungener Nachhaltiger Verkehrsplanung. Dank an alle, die daran mitgewirkt haben!

Querschnitt Osterdeich im Bereich Östliche Vorstadt als Zeichnung der Radpremiumroute
Grafik: ASV / machart-bremen.de

Maßnahmen zum Radverkehr im Zielszenario 

Ausschnitt aus: Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025, S. 148

Karte der geplanten Radpremiumrouten in Bremen
Quelle: https://www.radregionbremen.de

Die Radpremiumroute 1 umfasst die bisherige „D.15“ aus Bremen und den „RASCH“ (Radschnellweg) aus Achim. Die Route soll nach Plan Bremen-Nord über Gröpelingen und Walle mit der Bremer Innenstadt verbinden. Über den Osterdeich, Hemelingen und Mahndorf führt der Linienverlauf weiter nach Achim und soll in einem nächsten Entwicklungsschritt auch Langwedel und Verden anbinden.

Im den Jahren 2024/25 wurde nun ein Teilstück am Osterdeich umgesetzt, zusammen mit dem neu ausgebauten Gehweg parallel dazu.  Wie wirkt sich die Fertigstellung dieser umfassenden Baumaßnahme auf den Weg unten aus, direkt an der Weser?

Dieser Frage ist der FUSS e.V. nachgegangen.

Schild "Fußweg" am Osterdeich, Radfahren frei.

Ein Verkehrsschild in Höhe Weserstadion besagt, dass dieser Weg ein Fußweg ist.
Ein weiteres Schild darunter mit der Aussage „Für Radverkehr frei“ besagt das Gegenteil. Ein Zusatzschild appelliert an die Rücksichtnahme.
Dieser Weg ist bei Radfahrern und Fußgängerinnen gleichermaßen beliebt, die gegenseitige Rücksichtnahme
funktioniert weitestgehend. Diese drei Schilder untereinander sind der Versuch eines Kompromisses, der gegenwärtigen Nutzung geschuldet.

Ein reiner Fußweg kann auf den Appell, auf Gebrechliche, Mütter mit Kleinkindern, Hundehalter samt Hund Rücksicht zu nehmen, verzichten. Fußverkehr unter sich ist ungefährlich!

Fußweg am Osterdeich mit Radfahrern
Fußweg am Osterdeich mit Fußgängern und Rollerfahrer.
Radweg am Osterdeich in Bremen

Nach eigenen Beobachtungen hat der Fußverkehr zugenommen. Die Situation ist trotz erhöhter, auch anderer Nutzungen entspannter als vor dem Ausbau des oberen Radweges.

Es hat sich also etwas verändert.
Dass Menschen auf Rädern auf dem Radweg oben besser aufgehoben sind, wenn sie schnell und ungestört vorankommen wollen, muss von diesen erst verinnerlicht werden. Eingefahrene Gewohnheiten zu verändern, braucht Zeit. Diese Gelegenheit sollte man rad- und rollerfahrenden Menschen geben. Viele wissen das auch nicht oder denken nicht daran, dass sie im Prinzip hier unten ein Störfaktor sind für alle, die nicht auf Rädern unterwegs sind. Radfahren ist hier ja erlaubt, sogar „frei“!
Statt „Radverkehr frei“ wäre übergangsweise ein Schild „Bitte Schrittgeschwindigkeit fahren“ besser geeignet. Wer langsam fährt, kann besser Rücksicht nehmen. Wer nur schnell das Gleichgewicht auf dem Fahrrad oder Roller halten kann – bitte nach oben!

Radpremiumroute am Osterdeich

Fußgänger und Radfahrerinnen sind Verbündete bei den Bemühungen um eine nachhaltige Verkehrsplanung.

Sie brauchen eigene  Wege für ihre jeweils eigenen Geschwindigkeiten. Im Bereich Osterdeich mit seinen Wegen und Wiesen am Fluss kann man erleben, wie sich junge Menschen neue Aktivitäten ausdenken, sich ausprobieren, an bestimmten Stellen skaten, spielen, lagern, jonglieren, musizieren. Zuweilen wird hier sogar getanzt! Ganz objektiv stört in diesem wunderbaren Freizeitraum der Radverkehr.

Fazit: Die Radpremiumroute am Osterdeich entlastet den unteren Weg am Fluss gegenwärtig von schnellem Radverkehr. Aus Sicht des FUSS e.V. wäre es zu begrüßen, wenn dieser Fußweg eines Tages radverkehrsfrei wäre, damit sich Menschen zu Fuß, mit Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen hier ungestört bewegen und aufhalten können. Der weitere Ausbau der Radpremiumrouten kann darauf einen entscheidenden Einfluss nehmen.

Angelika Schlansky, FUSS e.V. Bremen

01.08.26