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Rennmaus
schnelles Fahren macht nicht nur Menschen Spaß

Die ersten motorisierten Fahrzeuge kamen ab 1880 auf den Markt. Allerdings nur für einige auserwählte gut betuchte Personenkreise. Sie fuhren damals noch mit Dampfantrieb. Teilweise bereits elektrisch, jedoch nur kurze Entfernungen. Die große Entwicklung fand durch Carl Benz im Jahr 1886 mit dem ersten praktischen Motorwagen, genauer dem „Benz Patent-Motorwagen“ statt. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich der Individualverkehr in einem rasanten Tempo.

Fahrzeuganzahl 1950  2,7 Millionen KFZ davon 0,7 Millionen PKW,

1 PKW pro 1000 Einwohner

10 bis 40 PS, durchschnittliche Reisegeschwindigkeit um 50 km/h

 

Fahrzeuganzahl 2024  69,1 Millionen KFZ davon 49,1 Millionen PKW,

590 PKW pro 1000 Einwohner

135 bis 140 PS, durchschnittliche Reisegeschwindigkeit 113,5 km/h

Während laut Statistischem Bundesamt um 1950 „nur“ 2,7 Millionen Kraftfahrzeuge, davon 700 000 PKW in Deutschland existierten, ist mittlerweile der Bestand im Jahr 2024 auf über 69 Millionen Kraftfahrzeuge, davon über 49 Millionen PKW, explodiert.

Ein siebzigfacher Anstieg! Damals kam ein PKW auf 1000 Einwohner in Deutschland. Heutzutage sind es 590 PKWs auf 1000 Einwohner gerechnet.

Früher, um 1950, besaßen die Fahrzeuge durchschnittlich 10 bis 40 PS und die Reisegeschwindigkeit betrug im Mittel 40 bis 60 Km/h. Im schnellfahrenden Deutschland besitzt das Auto mittlerweile im Durchschnitt 140 PS und man rast mit über 100 Km/h durch das Land.

schnelles Fahren

Tempolimits- warum wurden sie eingeführt

 

Wie bereits beschrieben fuhren früher nur wenige Automobile überaus schnell- durch immer mehr PS Stärken und moderner Technologie konnte immer schneller und schneller gefahren werden.

Dadurch fanden viele Menschenleben ein noch schnelleres Lebensende. Im Jahre 1905 wurde durch die k.u.k. Fahrverordnung ein erstes generelles Tempolimit eingeführt: Tempo 15 km/h innerorts– so schnell wie eine ein trabendes Pferd (ein PS). 1923 wurde die Geschwindigkeit innerorts verdoppelt und auf Tempo 30 angehoben. Die höheren Behörden hatten die Möglichkeit es noch weiter zu erhöhen. Ab 1934 wurden die meisten Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben, jedoch 1939 wurde auf Tempo 60 innerorts und auf 100 km/h außerorts die Raserei begrenzt.

Ab 1953 durfte so schnell gefahren werden wie gewünscht- auch im Ortsgebiet. „Wegen der so verursachten Dezimierung des Bürgerstands wird 1957 aber doch wieder ein 50-km/h-Limit eingeführt.“ (Die Presse)

1957 kam es letztendlich zu der bis heute bestehenden Einführung von Tempo 50 in der BRD. Bei damals einen PKW auf 1000 Einwohner. Seitdem hat sich der Fahrzeugbestand enorm erhöht.

Somit haben wir bei uns in Deutschland seit fast 70 Jahren durchgehend, zumindest in den meisten Städten, dieselbe Maximalgeschwindigkeit mit zahlreichen unnötigen Unfällen und Toten. Auch wenn es rechtlich möglich ist Tempo 30 auszuweisen, blockieren die Behörden immer noch. Sehen Sie bitte dazu den Beitrag über Tempo 30 vor unserer Grundschule.

 

Weshalb möchten Menschen schnell fahren?

Schnelles Fahren setzt das Belohnungssystem in unserem Körper in Gang. Es werden Hormone wie Adrenalin, Dopamin und Endocannabinoide ausgeschüttet. Die Menschen haben dabei das Gefühl frei zu sein, können Kontrolle ausüben, es macht sich Aufregung und Lebendigkeit breit. Es entsteht ein Art Rauschzustand. Wahrscheinlich ist es tief in unserer Psyche, in unserer Evolution, verankert. Man musste früher sehr schnell sein, sehr schnell rennen können, um den sicheren Tod durch Raubtiere zu entgehen. Vielleicht spielt dies eine Rolle bei den schnell fahrenden Personenkreisen, die noch von uralten Schaltkreisen im Gehirn belohnt werden.

Professor Bernhard Schlag, Verkehrspsychologe der TU Dresden, meint dazu folgendes: „Besonders bei jungen Männern ist der Regler im Hirn auf Tempo eingestellt“. Und wenn diese Freiheiten plötzlich eingeschränkt werden, ist man in der Alphaposition unterdrückt. Das wirkt sich wiederum negativ auf die Selbstwahrnehmung aus.

Natürlich spielt die Autolobby keine geringe Rolle bei Beibehaltung der Geschwindigkeitszustände von 1950.

 

Andere Länder machen es besser- Tempo 30 rettet Menschenleben

 

In über 160 Städten in vielen Ländern Europas wurde in großem Umfang Tempo 30 eingeführt. Genaue Details dazu finden Sie unter diesem Link:

http://de.30kmh.eu/warum-30-kmh/trendsetter-staedte-fuer-30-kmh/de-trendsetter-staedte-fuer-30-kmh-in-deutschland/

Laut der Rundfunkanstalt Yle hat es in Helsinki seit über einem Jahr (Juli 2024 bis Juli 2025) keinen Verkehrstoten mehr gegeben. Und das in einer Stadt mit über 690 000 Einwohnern. Helsinki zählt zu einer der größten Städte, die so etwas vollbracht hat. Bewundernswert und nachahmenswert!

Natürlich darf nicht vergessen werden alleine Tempo 30 auszuweisen reicht nicht aus, es muss auch kontrolliert werden.

Der Drang der Menschen doch schneller als erlaubt durch das Leben zu rasen, muss von mehreren Seiten gebremst werden.

Tempe 30 ist der Trend unserer Zeit

Städte wie Brüssel, Paris, Bologna, in denen im ganzen Stadtgebiet Tempo 30 gilt und andere Städte wie Amsterdam, Edinburgh oder Lyon die immerhin über 80 Prozent des Straßennetzes begrenzt haben.

 

Wie kam es zu Tempo 30?

 

Die Initiative ging wie Sie wahrscheinlich richtig vermuten, nicht von Behördenvertretern aus.

Wegen vielen tödlich verunglückten Kindern in Wohngebieten kam es aufgrund der Forderung von Bürgerinitiativen im Jahr 1970 zu mehreren Ausweisungen von Tempo 30 in deutschen Städten. Der Druck von Bürgerinnen und Bürgern schaffte die Grundlage von Tempo 30 zur Sicherheitserhöhung der Fußgänger in unseren Städten.

Seitdem hat sich nicht viel geändert. In einigen Städten benötigt es immer noch aktive Bewohner, die sich für Tempo 30 jahrelang einsetzen und dranbleiben.

Deshalb unsere Aufforderung- es macht Sinn sich für eine Sache einzusetzen- sich aktiv zu beteiligen- alle Bürgerinnen und Bürger können gemeinsam ganz viel zum Positiven verändern.

Sie müssen es nur wollen und aktiv  mitgestalten.

Deshalb kontaktieren Sie uns- am besten gleich noch heute unter NSV@fuss-ev.de

Individualverkehr und Tempolimits- eine kleine Geschichte

schnelles Fahren macht nicht nur Menschen Spaß Die ersten motorisierten Fahrzeuge kamen ab 1880 auf den Markt. Allerdings nur für einige auserwählte gut betuchte Personenkreise. Sie fuhren damals noch mit Dampfantrieb. Teilweise bereits elektrisch, jedoch [...]

09.12.2025, Fuss e.V. in Neumarkt-Sankt Veit

Wir versuchen unsere Stadt fussfreundlicher zu gestalten. Dazu gehören vor allem sichere Fusswege für alle. Sichere Übergänge über Straßen und die Verlangsamung des immer schneller werdenden und stärker zunehmenden Autoverkehrs. Die Sicherheit vor allem für [...]

19.10.2025, Sicher zur Schule – Sicher nach Hause- Dank Tempo 30

Ungleiche Größenverhältnisse Kind – Schwerlastverkehr     Welche Chancen hat das Kind bei Tempo 50? Kann in dieser Situation ein Schulweghelfer behilflich sein? Oder würde Tempo 30 besser schützen?!   „Mit Schulwegdiensten sicher zur Schule […]

08.10.2025, Tempo 30-Umsetzung in Oberbayern

  Wir als Fuss e.V Ortsgruppe beschäftigen uns seit Langem mit der Möglichkeit der Anordnung von Tempo 30 an verschieden Straßenarten. Je nachdem um welche Straße es sich handelt, wie übergeordnete Bundes- , Staats-, Kreisstraßen, […]

28.01.2025, Polizei, Städte, Fachleute: Alle wollen Tempo 30

Die Diskussion um Tempo 30 innerorts nimmt neue Fahrt auf: Beide Polizeigewerkschaften fordern es. 1.124 Städte und Landkreise wollen mehr Freiheit dafür, Verbände bilden ein Bündnis. Nur Tempo-Ideologen in Politik und ADAC mauern noch.

Geschäftsführer/in gesucht

Wir suchen ab Mitte 2025 eine neue Geschäftsführerin (m/w/d) für unsere Zentrale in Berlin. Dort arbeiten in Voll- und Teilzeit vier Menschen; der Verein hat momentan 1.350 Mitglieder und wächst kontinuierlich. Kernaufgaben der Geschäftsführung sind:

Wahl: Geh-Projekte für die nächste Regierung

Zur Bundestagswahl empfehlen wir die sprichwörtliche Abstimmung mit den Füßen: 59 Millionen Wahlberechtigte verfügen darüber. Die Parteien können für sie Gutes tun, hier konkrete Ideen von uns für die nächste Bundesregierung.

Verleihung Fußverkehrspreis Deutschland 2025

Mit der Verleihung des Fußverkehrspreises und des Sonderpreises „Kinder sicher und gerne zu Fuß“ lenken wir den Blick auf Kommunen, die vorbildliche Maßnahmen und Projekte für den Fußverkehr umsetzen.

Ampeln: 100 Jahre Verkehrschaos

Vor hundert Jahren blinkte Deutschland erste Verkehrsampel. Sie begründete den Mythos eines Allheilmittels gegen städtisches Verkehrschaos. Tatsächlich sind Ampeln oft gefährlich, verwirrend und für den Verkehr ineffizient.

Wir versuchen unsere Stadt fussfreundlicher zu gestalten.

Dazu gehören vor allem sichere Fusswege für alle.

Sichere Übergänge über Straßen und die Verlangsamung des immer schneller werdenden und stärker zunehmenden Autoverkehrs.

Die Sicherheit vor allem für Kinder, Senioren und allen anderen Menschen sollte im Vordergrund stehen.

Wir setzen uns für die  Umsetzung von Tempo 30 ein.

Seit 2024 haben wir es vor unserer Grundschule dank einer Petition beim Bayerischen Landtag, entlang einer Staatsstraße, in Neumarkt- Sankt Veit geschafft die Sicherheit für die Kinder entlang ihres Schulweges zu erhöhen.

Seit Dezember 2025 sind unsere Bürgeranträge für mehr Tempo 30 Zonen und streckenbezogenem Tempo 30, die im November 2023 gestellt wurden, von der Verkehrsbehörde in Neumarkt Sankt Veit umgesetzt worden.

Wir haben es geschafft, als engagierte Bürger!

Viele Schreiben an Bürgermeister, Stadträte (m/w/d), an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Landratsamtes Mühldorf, an die Regierung von Oberbayern, an den Petitonsausschuss des Bayerischen Landtages und an Abgeordnete waren dazu nötig.

Wir freuen uns sehr- in Zusammenarbeit mit dem Bürgernetzwerk NSV- Mitdenken-Mitreden-Mitgestalten, Transforum e.V., die Sicherheit vor allem der Fussgänger durch die Umsetzung von verschiedenen Tempo 30 Anordnungen erhöhen zu können.

Wir bleiben dran!

Falls Sie Wünsche, Anregungen, Fragen an uns haben, melden Sie sich sehr gerne bei uns.

Ungleiche Größenverhältnisse

Kind Schwerlastverkehr

 

 

Welche Chancen hat das Kind bei Tempo 50?

Kann in dieser Situation ein Schulweghelfer behilflich sein?

Oder würde Tempo 30 besser schützen?!

 

„Mit Schulwegdiensten sicher zur Schule – sicher nach Hause. An Überwegen, die durch Schulwegdienste zusätzlich gesichert waren, ereignete sich in den letzten Jahrzehnten in Bayern kein schwerer oder gar tödlicher Unfall.

Aber viele Übergänge und besondere Gefahrenpunkte sind nicht mehr gesichert. Deshalb brauchen wir wieder mehr Erwachsene als Schulweghelfer und Schulbusbegleiter und Schüler (ab 13 Jahren) als Schülerlotsen und Schulbuslotsen.

Die Gemeinschaftsaktion ruft mit wechselnden Plakaten auf, sich doch im Schulwegdienst zu engagieren und schützende Verantwortung für unsere Schulkinder zu übernehmen.

In Bayern fehlen 3.000 Ehrenamtliche, die den Schulweg sicher gestalten!“

Zitat aus https://www.sicherzurschule.de/

 Weshalb wird bei der Aktion „Sicher zur Schule- Sicher nach Hause“ nicht Tempo 30 zur Sicherheitserhöhung auf dem Schulweg angesprochen?

Seit 2017 mit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung mit der Bundesratdrucksache 332/16 , wäre es vor sensiblen Einrichtungen, wie Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen bereits möglich, erleichtert Tempo 30, auch an übergeordneten Straßen, anzuordnen. Weshalb dies in Bayern relativ restriktiv umgesetzt wird, ist vor allem im Hinblick darauf unverständlich, da es sich hierbei um gute eine Möglichkeit handelt, Kinderleben zu schützen.

Dr. Olaf Dilling, Fachanwalt für Verkehrsrecht (https://recht-energisch.de/tag/tempo-30/):

„Selbst an Straßen, an denen ein Zugang der Schule vorhanden ist und daher die Ausnahme des § 45 Abs. 9 Satz 4 Nr. 6 StVO greifen könnte, weigern sich Straßenverkehrsbehörden aktuell in manchen Fällen standhaft, zugunsten der Schulwegsicherheit Tempo 30 anzuordnen.“ Dieser Fall bezieht sich auf die Staatsstraße 2086 in Neumarkt- Sankt Veit. Hier wurde von besorgten Bürgerinnen und Bürgern eine Petition für Tempo 30 vor der Grundschule eingereicht. Die Entscheidung darüber benötigte insgesamt fast zwei Jahre, vier Behandlungstermine und zwei Ortstermine. Beinahe wurde die Tempo-30 Petition abgewiesen, da die Regierungsparteien nicht die Notwendigkeit dazu erkannten.

Im Frühjahr 2025, nach der Änderung der Straßenverkehrsordnung, wird zusätzlich Tempo 30 an hochfrequentierten Schulwegen, vor Spielplätzen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder an Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) streckenbezogene Tempo 30-Anordnungen vereinfacht umgesetzt werden können.

Wo bereits jetzt, etwa vor Schulen, Kitas, Kindergärten, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern, Tempo 30 gilt, können Lückenschlüsse nun leichter angeordnet werden (überbrückt werden können bis zu 500 m statt, wie bisher 300 m).

Tempo 30 dient der Erhöhung der Sicherheit im Verkehr,

vor allem für die schwächsten und kleinsten Verkehrsteilnehmer- der Kinder!

 

 

 

Beispiele für die Sicherheitserhöhung durch Tempo 30:

Das Umweltbundesamt führt zu Tempo 30 aus:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wirkungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdf

„Allgemeine Erkenntnisse

Tendenziell weniger Unfälle mit geringeren Folgenhttps://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wirkungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdfW

Unfallzahl und Unfallschwere nehmen schon wegen der physikalischen Zusammenhänge grundsätzlich mit steigenden Geschwindigkeiten zu. Der Anhalteweg eines Fahrzeugs setzt sich aus zwei Faktoren zusammen:

Reaktionsweg: Üblicherweise wird eine menschliche Reaktionszeit zwischen der Wahrnehmung einer Gefahr (z. B. Person auf der Fahrbahn) und der Einleitung entsprechender Maßnahmen (z. B. Bremsen) von 1 Sekunde angenommen. Ein Fahrzeug mit 30 km/h legt in dieser Sekunde rund 8,3 Meter zurück, bei einem Fahrzeug mit 50 km/h sind es 13,9 Meter.

Bremsweg: Physikalisch gesehen muss die kinetische Energie (1/2*m*v²) eines Körpers umgewandelt werden, um ihn zum Stillstand zu bringen. Da die Bewegungsenergie eines Fahrzeugs quadratisch mit der Fahrzeuggeschwindigkeit wächst, erfordert dies bei einem Fahrzeug mit 50 km/h im Vergleich zu 30 km/h einen etwa 2,8-fachen Aufwand (50²/30² = 2,78). Bei gleicher Bremsleistung ist der Bremsweg mit 50 km/h daher fast dreimal so lang wie bei Tempo 30

In der Summe bedeutet dies, dass ein Fahrzeug bei Tempo 30 bereits steht, während ein Fahrzeug mit Tempo 50 in der gleichen Situation noch unverändert mit 50 km/h unterwegs ist. Die bei einem Zusammenstoß umzuwandelnde Energie ist bei Tempo 50 fast dreimal so hoch wie bei Tempo 30.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Verkehrsteilnehmende bei niedrigeren Geschwindigkeiten deutlich mehr Details des Verkehrsraums wahrnehmen und somit früher reagieren können.“

 

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub 

https://www.adfc.de/artikel/gute-gruende-fuer-tempo-30

Setzt sich für Tempo 30 ein und nennt gute Gründe dafür:

Quelle: ADFC e.V. Anhalteweg Tempo 30 zu Tempo 50

„Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen oder in einem Wohngebiet hat zahlreiche positive Auswirkungen auf den Radverkehr: Es verbessert die Verkehrssicherheit deutlich und trägt zu einem besseren Miteinander im Straßenverkehr bei. So wird Radfahren auch für Menschen attraktiv, die das Rad noch nicht für ihre Alltagswege nutzen. Außerdem mindert Tempo 30 die Lärm- und Schadstoffbelastung und erhöht die Lebensqualität. Der ADFC ermutigt deshalb Kommunen, überall dort Tempo 30 anzuordnen, wo es möglich ist.

 

Gute Gründe für Tempo 30

Tempo 30 rettet Menschenleben

Tempo 30 macht Straßen deutlich sicherer, vor allem für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Im Straßenverkehr kann schnell etwas Unvorhergesehenes passieren: ein Kind läuft plötzlich auf die Straße; eine Radfahrerin ist im zugeparkten Kreuzungsbereich erst spät zu sehen; ein Passant will die Fahrbahn queren, um auf die andere Straßenseite zu kommen.

In solchen Situationen macht es einen großen Unterschied, mit welcher Geschwindigkeit der Autoverkehr unterwegs ist. Bei Tempo 30 ist die Chance, ein Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen, wesentlich höher: Im Schnitt kommt ein Pkw nach 13,3 Metern zum Stehen. Ein Wagen, der mit Tempo 50 unterwegs ist, prallt wegen des längeren Reaktionswegs mit voller Geschwindigkeit auf eine Person oder einen Gegenstand in dieser Entfernung auf.

Mit Tempo 30 sinkt also die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes. Kommt es aber zur Kollision, ist die Überlebenschance für zu Fuß Gehende und Radfahrende deutlich größer. Die Geschwindigkeit beim Aufprall ist entscheidend für die Schwere eines Unfalls.

Verschiedene Studien zeigen, dass eine Kollision bei Tempo 50 erheblich gefährlicher für ungeschützte Verkehrsteilnehmer*innen ist als bei Tempo 30. Niedrige Geschwindigkeiten bedeuten ein deutlich geringeres Risiko für schwerste oder tödliche Verletzungen. Das kommt insbesondere Kindern und älteren Menschen zugute.

Tempo 30 macht also einen enormen Unterschied für die Verkehrssicherheit: Bei niedrigen Geschwindigkeiten sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Kollision eines Pkws mit ungeschützten Verkehrsteilnehmer*innen. Außerdem ist bei einem Aufprall mit geringerer Geschwindigkeit ist ihr Verletzungsrisiko deutlich geringer und die Überlebenschancen deutlich höher.“

Fuss e.V, Leben retten mit Tempo 30

483 Fußgänger wurden 2017 im Straßenverkehr getötet und 30.564 verletzt, davon 6.979 schwer. Die tödliche Wucht kommt vom Tempo. Je schneller ein Auto beim Rammen eines Fußgängers fährt, desto wahrscheinlicher ist dessen Tod:

Tempo       Todesrisiko für Fußgänger

70                   86 Prozent

50                   39 Prozent

30                     8 Prozent            Quelle: Bundesministerium für Verkehr Österreich S. 71

Tempo 50 beim Aufprall ist somit, bei gleichem „Fehlverhalten“ von Fußgängern, mehr als viermal so oft tödlich wie Tempo 30, Tempo 70 sogar zehnmal so oft. Tatsächlich ist das Tötungsrisiko durch hohes sogar noch weit höher. Denn wer schnell fährt, erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, den Fußgänger überhaupt erst zu rammen. Je höher das Tempo, desto länger der Weg, den der Autofahrer bis zum Anhalten noch zurücklegt:

Tempo           Anhalteweg

70                   51 Meter

50                   28 Meter

30                   13 Meter    Quellen: VCD (Infografik “Anhalteweg Tempo 30“) und ADAC

 

 

Fuss e.V. Ortsgruppe Neumarkt- Sankt Veit:

Seit 2017 mit der Novellierung des Straßenverkehrsgesetzes wäre es rein theoretisch möglich vor sensiblen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen auch auf übergeordneten Straßen erleichtert Tempo 30, zumindest streckenbezogen, auszuweisen.

Jedoch erscheint die Umsetzung zu dieser Sicherheitserhöhung von den Behördenvertretern als schwierig erachtet und oftmals unbeachtet. Ein Beispiel dafür ist der jahrelange Kampf um ein streckenbezogenes Tempo 30 vor der Grundschule in Neumarkt- Sankt Veit. Hier wurde vom Bürgernetzwerk NSV-Mitdenken.Mitreden.Mitgestalten., Transforum e.V., eine Petition im November 2022 eingereicht, um die Sicherheit der Schulkinder auf ihrem Schulweg zu erhöhen.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/tempo-30-neumarkt-sankt-veit-lux.Gc6nJZ8y3DEzxtoT6u3BBh

Dr. Olaf Dilling, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Berlin, hat in einem Gutachten dazu vermerkt, dass das Ermessen der Behörden in dem Fall der Tempo 30 Anordnung vor der Grundschule auf null reduziert ist und es anhand der Wertigkeit des Rechtsgutes, um welches es sich handelt, in diesem Fall Kinderleben, zwingend erforderlich ist, Tempo 30 anzuordnen.

Falls die Petition abgelehnt worden wäre und dies wäre letztes Jahr fast der Fall gewesen, hätte uns der nächste Schritt vor das Verwaltungsgericht geführt.

Seit Jahren versuchten hier Eltern, Stadträte und besorgte Bürgerinnen und Bürger Tempo 30 zu erreichen. Der erste Versuch war bereits in den 1970er Jahren, als ein Elternbeirat bereits erkannte, dass der Schulweg für die Kinder gefährlich ist. Damals war es rechtlich noch nicht möglich.

Wie auch in Vilsbiburg führte vor einem Kindergarten erst eine Petition von engagierten Bürgern zum Erfolg. https://gruene-landshut.de/ortsverbaende/ov-vilsbiburg/volltext-aktuelles-vilsbiburg/tempo_30_zum_schutz_der_kinder

Auf den vorherigen Seiten fanden Sie Informationen von den verschiedensten Quellen benannt, die aufzeigen wie positiv sich Tempo 30 für die Sicherheit der Fußgänger, der Schwächsten im Straßenverkehr, vor allem für die Kinder, auswirkt.

In Zukunft sollte bei der Aktion „Sicher zur Schule- sicher nach Hause“ für den Schutz der Schulkinder auch Tempo 30 in Betracht gezogen werden.

Die Behörden sollten diese Maßnahmen umsetzen und einführen, wo es seit 2017 rechtlich möglich ist, bisher jedoch nicht umgesetzt wurde und es zukünftig, ab Frühjahr 2025, möglich wird (hochfrequentierte Schulwege).

An vielen Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen wäre dies seit vielen Jahren rechtlich möglich, doch fehlte bisher die Lobby, die Befürworter, die Forderer und der politische Wille.

 

 

Werbeaktion mit Gesichtern der Politik „Sicher zur Schule- Sicher nach Hause“

https://www.sicherzurschule.de/veranstaltungen/2025/fototermin-zum-schulanfang-16-09-m%C3%BCnchen/

Quelle: Sicher zur Schule- Sicher nach Hause

Herr Staatssekretär Sandro Kirchner, Herr Staatsminister a.D. Bernd Sibler, Herr Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Frau Kerstin Schreyer, ehemalige Verkehrsministerin, Herr Staatsminister Joachim Herrmann, ehemaliger Verkehrsminister- stellen sich als Helfer der Schülerinnen und Schüler dar.

Weshalb wird hier nicht mit Tempo 30 für mehr Schulwegsicherheit geworben?

VCD e.V.

https://www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Publikationsdatenbank/Verkehrssicherheit/Hintergrundpapier_Tempo_30_231024

         

Vor allem für die Schulkinder wäre es einfach zu realisieren-  es würde die Sicherheit auf dem Schulweg deutlich erhöhen!

Seit 2017 ist dies bereits an vielen Schulen möglich umzusetzen (https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2016/0301-0400/332-16.pdf?__blob=publicationFile&v=5, ab Seite 10, 4.a) und im Frühjahr 2025 wird dies auf „hochfrequentierten“ Schulwegen zusätzlich möglich sein.

 

Sicher zur Schule- Sicher nach Hause

Dank Tempo 30

 

Seien Sie die Lobby der Kinder! Sie brauchen Sie!

 

 

Wir bedanken uns für ein Umdenken und Ihre Unterstützung

 

 

Das sind die Gründungspartner von

„Sicher zur Schule- sicher nach Hause“

 

 

Das sind die Partner von

„Sicher zur Schule- sicher nach Hause“

 

Sprechen Sie sich zukünftig für Tempo 30 aus:

Sicher zur Schule- Sicher nach Hause- Dank Tempo 30!

 

Wir als Fuss e.V Ortsgruppe beschäftigen uns seit Langem mit der Möglichkeit der Anordnung von Tempo 30 an verschieden Straßenarten.

Je nachdem um welche Straße es sich handelt, wie übergeordnete Bundes- , Staats-, Kreisstraßen, innerörtliche Vorrangstraßen (Verkehrsplanung) oder Gemeindestraßen, sind verschiedene Entscheidungsträger zu berücksichtigen.

Hier eine Zusammenfassung:

https://www.fuss-ev.de/alles-ueber-fussverkehr/konflikte-und-loesungen/tempo-30/tempo-30-aktionen/

Warum sollte vermehrt Tempo 30 angeordnet werden?

Tempo 30 stellt eine Sicherheitserhöhung für die Schwächsten im Straßenverkehr, die Fußgänger, vor allem Kinder und Senioren und Menschen mit Handicap dar

und führt zu einer verbesserten Rechtssicherheit im Schadensfall.

Falls bei Tempo 30 dennoch ein Unfall passiert, kommt es nicht zu so schweren Verletzungen wie bei 50 oder 60 km/h.

Warum möchten manche Menschen keine Tempo 30 Reduzierung?

„Wir wollen uns nicht einschränken lassen- es ist bisher nichts passiert- SUV können nicht so langsam fahren- man kann Kinder nicht vor Allem schützen!“

Das alles sind Ausreden von Personen die entweder einfach nicht nachdenken oder sich mögliche Unfallszenarien nicht vorstellen können.

Natürlich kann man Kinder nicht vor Allem schützen und sie müssen ihre Erfahrungen selbst machen,

aber man muss sie schützen wenn diese Erfahrung potentiell tödlich enden könnte!

 

 

Verhalten der Behörden- Scheinargumente gegen Tempo 30

Es war jeweils ein langer und steiniger Weg zu unseren Tempo 30 Erfolgen.

Bei der Grundschule in Neumarkt- Sankt Veit an der Staatsstraße starteten wir 2019 zuerst eine Anfrage an das Landratsamt Mühldorf. Hier erhielten wir ein siebenseitiges ablehnendes Schreiben, weshalb hier ein streckenbezogenes Tempo 30 zum Schutz der Kinder auf dem Schulweg nicht möglich sei. Anschließend setzten wir als Bürgernetzwerk- Mitdenken-Mitreden-Mitgestalten, Transforum e.V., eine Petition an den Bayerischen Landtag in Gange. Diese Petition erforderte zwei Ortstermine. Einer fand weitab der Straße statt und einer in  den von den Behörden „nicht vorhandenem Zugang“ von der Staatsstraße zur Schule.

 

LkW mit 50km/h entlang des Schulweges

Wir ließen mit Hilfe des VCD e.V. ein Rechtsgutachten von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht erstellen.

Kontaktierten die Öffentlichkeit, die örtliche Presse, die SZ und sogar der Bayerische Rundfunk waren an der Thematik interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=fob8vpMuPGE

 

Und wir haben es geschafft:

Im Jahr 2024 zum Start ins neue Schuljahr wurden die Tempo 30 Schilder aufgestellt!

Bei unseren Anliegen zu Tempo 30 an verschiedenen Gemeindestraßen wandten wir uns an unseren Bürgermeister Herrn Erwin Baumgartner und unsere Repräsentanten (m/w/d) im Gemeinderat.

Das erste Mal sammelten wir vor 10 Jahren Unterschriften für die Straße in der wir wohnten, gaben das Anliegen an unsere Gemeinde weiter. Es geschah- Sie ahnen es- nichts!

Wir setzten uns nicht weiter damit auseinander und dachten die Behörde wird es schon wissen.

Mittlerweile ist uns bekannt, dass oft einfach Scheinargumente geliefert werden, die keine Grundlage, bzw. Gesetzesgrundlagen beinhalten und dass sich ein Weiterbohren und ein Dranbleiben lohnen!

So stellten wir im November 2023 bei einer Bürgerversammlung unsere Bürgeranträge in schriftlicher Form.

Nach fast zwei Jahren wurden all unsere Anträge einstimmig vom Gemeinderat abgesegnet.

Obwohl es zuvor sehr wohl Gegenstimmen gegen Tempo 30 gab.

Ein Rechtsgutachten dazu unterstütze uns bei der Umsetzung: 

Hier bewegte sich fast zwei Jahre nichts, so baten wir die höhere Behörde, das Landratsamt Mühldorf, die Rechtslage zu überprüfen. Dann kam Bewegung in unser Tempo 30 Anliegen.

Wir können nur dazu raten, sich persönlich mit einem Schreiben und falls möglich in einem persönlichen Gespräch an die zuständigen Behördenvertreter zu wenden. Auch an die Polizeidienststelle vor Ort.

Bleiben Sie sachlich, höflich und vor allem bleiben Sie dran, beharrlich und langfristig.

Wir brauchen Menschen die aktiv sind, sich etwas zutrauen und sich für etwas engagieren.

Das ist der Motor unserer Demokratie- sich für andere einzusetzen.

Viel Erfolg dabei und falls Sie Fragen haben und wir Sie unterstützen können bitte einfach eine Mail an:

NSV@fuss-ev.de

Wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

https://www.strasse-zurueckerobern.de/anleitungen/tempo-30/

Hier finden Sie einen Vordruck für einen Musterbrief an die zuständigen Behörden.

Die Diskussion um Tempo 30 innerorts nimmt neue Fahrt auf: Beide Polizeigewerkschaften fordern es. 1.124 Städte und Landkreise wollen mehr Freiheit dafür, Verbände bilden ein Bündnis. Nur Tempo-Ideologen in Politik und ADAC mauern noch.
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Wir suchen ab Mitte 2025 eine neue Geschäftsführerin (m/w/d) für unsere Zentrale in Berlin. Dort arbeiten in Voll- und Teilzeit vier Menschen; der Verein hat momentan 1.350 Mitglieder und wächst kontinuierlich.

Kernaufgaben der Geschäftsführung sind: (mehr …)

Zur Bundestagswahl empfehlen wir die sprichwörtliche Abstimmung mit den Füßen: 59 Millionen Wahlberechtigte verfügen darüber. Die Parteien können für sie Gutes tun, hier konkrete Ideen von uns für die nächste Bundesregierung.

Mit der Verleihung des Fußverkehrspreises und des Sonderpreises „Kinder sicher und gerne zu Fuß“ lenken wir den Blick auf Kommunen, die vorbildliche Maßnahmen und Projekte für den Fußverkehr umsetzen. (mehr …)

Vor hundert Jahren blinkte Deutschland erste Verkehrsampel. Sie begründete den Mythos eines Allheilmittels gegen städtisches Verkehrschaos. Tatsächlich sind Ampeln oft gefährlich, verwirrend und für den Verkehr ineffizient. (mehr …)