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Fußverkehrsstrategie für Hamburg – das bewegt uns

Nach dem Vorlauf seit 2023 (s.u.) entdeckten wir Ende 2025 eher zufällig, dass auf hamburg.de die gesamtstädtische Fußverkehrsstrategie für Hamburg erschienen war: https://www.hamburg.de/resource/blob/1098728/9094720959cb5d86073f212f2cf96cb5/fussverkehrsstrategie-data.pdf

Wir betrachteten das Dokument genauer und waren wir enttäuscht über das endgültige Ergebnis. Wir vermissen weiterhin mehr Wohlwollen für fußverkehrliche Belange und klar benannte Zielsetzungen mit zeitlichen Realisierungsrahmen. Auch im Abschnitt „So kommen wir ans Ziel“ werden auffallend häufig vage Ausdrücke wie „kann“ oder „können“ verwendet und damit scheinen Realisierungsaussichten innovativer Maßnahmen beschränkt.

Konfliktpotentiale zwischen Fuß-, Rad- und Individualverkehr werden durch Formulierungen wie „aus gutachterlicher Sicht“ abgeschwächt oder gänzlich negiert. Formulierungen wie „im Rahmen der personellen und finanzieller Ressourcen“ lassen erahnen, dass es an der Umsetzung hapern wird – es scheint als fehle es an empathischer Anerkennung der Bedarfe des Fußverkehrs.

Die Strategie wurde mit vielen Anhängen versehen, was wir als aufgebläht und wenig übersichtlich bereits kritisiert hatten. Dass jedoch die aktuelle Strategie nebst den sieben Anlagen sogar auf der Homepage der BVM (Behörde für Mobilität und Mobilitätswesen) nicht als ein Dokument zu finden ist, sondern nur gestückelt auf mehreren Seiten, setzt der Intransparenz die Krone auf und scheint die Irrelevanz für den Hamburger Politik zu manifestieren. 

Zur Vorgeschichte

Seit Anfang 2023 wurde eine Fußverkehrsstrategie für Hamburg erarbeitet. Beteiligt waren alle Bezirke, die Innen- und Verkehrsbehörde und alle betroffenen Verbände, die in vier intensiven Treffen die Bedingungen für die Förderung des Fußverkehrs diskutierten. Im Juni 2024 war der Entwurf dann fertig und ging in die Behördenabstimmung. Und dann passierte nichts mehr. Nach mehrmaligem Nachfragen erfuhren wir im Januar, dass der 1. Bürgermeister Einwände habe und die Verabschiedung erst nach der Bürgerschaftswahl erfolgen kann.

Auch wir hatten eine umfangreiche Kritik am Entwurf geschrieben, da uns vieles zu unverbindlich formuliert war. Jetzt aber befürchten wir, dass es keine oder sehr viel schlechtere Fußverkehrsstrategie geben wird. Leider beobachten wir in vielen Äußerungen eine Rückkehr zur autogerechten Stadt – so zum Beispiel in den Koalitionsvereinbarungen in Wandsbek* und Nord*. In beiden Vereinbarungen geht es vor allem um mehr Platz für Autos. Der Koalitionsvertrag des Senats lässt ebenso eine deutliche Präferenz für das Auto erkennen, so dass wir unsere Sorge in einer Pressemitteilung geäußert haben.