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Winterdienst oder kein Winterdienst? Das ist hier die Frage.

30. Januar 2026. Es schneit und taut und friert und taut und schneit … seit Anfang des Monats. Alle sind immer noch überrascht, dass Winter ist.

Fußgänger*innen rutschen, einige fallen hin, die Unfallchirurg*innen der Krankenhäuser haben alle Hände voll zu tun. Viele alte Menschen bleiben zuhause, weil der nächste Sturz der letzte sein kann.

Anlieger*innen von Gehwegen müssen räumen oder streuen. Medien berichten von schlechtem Winterdienst, von Sturzgefahr und von drohenden Bußgeldern und appellieren an die Verantwortlichen. Die Freie und Hansestadt Hamburg geht mit gutem Beispiel voran und lässt Gehwege vor öffentlichen Gebäuden vorbildlich räumen und streuen.

geräumter Radweg, nicht geräumter Gehweg vor dem Finanzamt in Harburg

Vor dem Finanzamt Harburg, 30.1.2026. Der (nicht benutzungspflichtige) Radweg links ist geräumt, der Schnee auf dem Gehweg rechts ist plattgetreten und teilweise vereist.

Vor der Goetheschule Harburg ist der Radweg geräumt, der Gehweg nicht.

Vor der Goetheschule Harburg, 30.1.2026. Der (nicht benutzungspflichtige) Radweg links ist geräumt, der Schnee auf dem Gehweg rechts ist plattgetreten und teilweise vereist.

Vor der TU Hamburg ist der Bereich der Bushaltestelle geräumt, aber weder der Radweg noch der Gehweg geräumt.

Vor der TU Hamburg, 30.1.2026. Hier ist der Bereich zwischen Bushaltestelle und Wartehäuschen geräumt, aber weder der (nicht benutzungspflichtige) Radweg links noch der Gehweg rechts. Wo sehr viele Fußgänger*innen unterwegs waren, fühlt sich der Schnee eher wie Sand an.

Wen trifft es, wenn nicht oder schlecht geräumt wird bei Eis und Schnee?

Alle, die nicht mit dem Auto von Tiefgarage zu Tiefgarage unterwegs sind.

Allerdings trifft es einige Menschen härter als andere, zum Beispiel Personen, die blind sind oder im Rollstuhl unterwegs, wie im NDR berichtet wurde.

Was kosten die Stürze?

Stürze von Fußgänger*innen, die im Fußverkehr, also bei Wegen von A nach B, stattfinden, sind keine “Verkehrsunfälle”, die in der Statistik erscheinen. Wenn es keine Zahlen gibt, kann man behaupten, dass es kein Problem gibt.

Immerhin gibt es in der gesamtstädtischen Fußverkehrsstrategie “So geht Hamburg!” einen Lichtblick auf S. 40: “Unfallgeschehen im Fußverkehr wird ganzheitlich erfasst (z. B. Alleinunfälle).” Wann das passieren soll, ist allerdings unklar.