Weserkurier 08.08.2026

Experten raten: Kinder sollten ohne Auto zur Schule kommen
Vor vielen Grundschulen ist eine Blechlawine Alltag: Eltern setzen ihre Kleinen vor dem Schultor ab. Dabei hat es für die meisten Kinder viele Vorteile, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen.
In mehreren Bundesländern enden in den kommenden Tagen die Ferien. Experten appellieren zum Schulbeginn an Eltern, ihre Kinder nicht im Auto zum Unterricht zu fahren. „Rund 38 Prozent der Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht“, zitieren das Deutsche Kinderhilfswerk, der Verband Bildung und Erziehung und der Verkehrsclub Deutschland aus der Studie Monitor Fußverkehr. „Die Folge: Vor vielen Schulen kommt es zu Unterrichtsbeginn und -ende zu dichtem Autoverkehr und unübersichtlichen Situationen. Gerade für Kinder, die erst lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, kann es dabei schnell gefährlich werden.“
Je mehr Kinder zu Fuß, mit Fahrrad oder Bus und Bahn kämen, desto sicherer werde es vor den Schulen, betonen die Experten. Gleichzeitig stärke ein aktiver Schulweg die Eigenständigkeit und die Freundschaften der Kinder, fördere Bewegung im Alltag und präge auch oft die Gewohnheiten bis ins Erwachsenenalter. Für sichere Schulwege sehen die Verbände jedoch nicht nur Eltern und Schulen, sondern vor allem die Kommunen in der Pflicht.
Schulstraßen und Elternhaltestellen sollen den Hol- und Bringverkehr vom direkten Schulumfeld fernhalten. Nötig seien auch mehr übersichtliche Kreuzungen, ausreichend lange Grünphasen an Ampeln sowie Tempo 30 auf Straßen, die Kinder regelmäßig nutzen.
„Egal, ob das Kind alleine fährt oder auf dem Rad mitgenommen wird: Der Fahrradmarkt bietet mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten, mit denen Familien mobil sein können – auch ganz ohne Auto“, sagt, Thomas Geisler vom Pressedienst Fahrrad.
Ob ein Kind allein mit dem Rad zur Grundschule fahren sollte, hänge laut Geisler wiederum von einigen Faktoren ab. Dazu zählen das fahrtechnische Können, die Wahrnehmungsfähigkeit sowie das Verhalten im Verkehr, die Länge des Schulwegs und das Verkehrsaufkommen.
Bei kleineren Schulkindern sei es deshalb empfehlenswert, wenn Eltern den Schulweg per Rad begleiten und zusammen mit dem Kind eine sichere Route wählen oder mit ein wenig Abstand hinterherfahren. Außerdem sollten Kinder immer einen Fahrradhelm tragen.
Experten raten: Kinder sollten ohne Auto zur Schule kommen


