27. August 2024: Begehung S-Bahnhof Lichtenrade
Im Zuge der Bauarbeiten der “Dresdner Bahn” waren die Anwohnenden rund um den S-Bahnhof Lichtenrade nicht nur von Lärm und Dreck sondern vor allem auch von großen Umwegen betroffen. Die Unterführung über die Bahnhofstraße wurde inzwischen freigegeben. Bei unserem Besuch vor Ort zeigten sich direkt die Herausforderungen für den Fuß- und Radverkehr: Neben fehlender Beleuchtung und Ausschilderung rund um den Bahnhof – die Zugänge liegen unten in der Unterführung – und defekter Fahrstühle auf gleich beiden Straßenseiten fiel auf, dass trotz eines Radstreifens der separate Gehweg aufgrund der geringeren Steigung von Radfahrenden genutzt wurde. Dazu fehlen Abstellmöglichkeiten für die Räder, so dass diese rund um die Bahnhofeingänge an den Handläufen befestigt werden. Wir werden genau im Blick haben, welche Maßnahmen zur Behebung der vielen Probleme bis zum endgültigen Ende der Baustelle noch behoben werden. Aber nicht nur direkt dort gibt es Schwierigkeiten: Der viel genutzte Bahnübergang an der Wolzinger Zeile wurde geschlossen, mögliche Alternativen durch eine Verlängerung einer bestehenden Buslinie nicht beachtet (siehe Erfahrungsbericht). Vor dem Bahnhof ist das neue WC weiterhin nicht zugänglich.
Von einem unserer Mitglieder:
Wenn ich unten am Fahrstuhl ankomme, ist es für mich dunkel. Es gibt kein Licht, und ich kann mich an den abgestellten Fahrrädern und E-Scootern nur vorbeitasten. Ertasten muss ich auch die Bedienknöpfe des Fahrstuhls – sie sind nicht zu erkennen, im Unterschied zu den Knöpfen in der Kabine, die groß und hell sind. Wenn ich vom Bahnsteig hinunterfahre, weiß ich nicht, ob ich rechts rum oder linksrum laufen muss – es fehlt ein großer Richtungsweiser bzw. eine entsprechende Ansage im Fahrstuhl. Ich bin deshalb prompt in die falsche Richtung gelaufen, befand mich auf dem endlos weiten Weg zur Bahnhofstraße, musste also zurück, als ich endlich meinen Irrtum bemerkte. Jetzt bleibt mir nichts, als auf jemanden zu warten, den ich fragen kann: „Wo bitte geht’s hier zur Prinzessinnenstraße?“
Das Hauptproblem aber ist für mich und alle, die im südöstlichen Teil Lichtenrades wohnen (Schulkinder, Hortkinder, Alte, Behinderte), dass wir einen Riesenumweg über die Bahnhofstraßen-Unterführung machen müssen, weil der Neue Fußgängertunnel Wolziger Zeile trotz aller Versprechungen nicht gleichzeitig eröffnet worden ist und wohl erst im Frühjahr fertig wird. Nicht nur, dass die Bahn es nicht für nötig hält, sich für die Verzögerung zu entschuldigen, sie hält es auch nicht für nötig, über Alternativen nachzudenken: Eine von Anwohnern vorgeschlagene einfache und billige Alternative wäre es, wenn der Bus 275 für die Übergangszeit eine Schleife zum verschlossenen Übergang Wolziger Zeile fährt, so dass alle abgehängten Anwohner 2 Stationen bis zur Unterführung mitfahren könnten!”

Bild: Screenshot aus dem Video der DB InfraGO AG zu den “Bauarbeiten in Marienfelde und Lichtenrade im Sommer 2024”. In dem YouTube-Video geht es ab Minute 2:31 um die noch abzuschließenden Maßnahmen und die Bahnübergänge am S-Bahnhof Lichtenrade.
Fotos: DS/AW
28.08.24



