Abschied von einem Freund, Ratgeber und „Brückenbauer“

Am 18. Januar, kurz nach seinem 55. Geburtstag, ist unser so sehr beliebter und geschätzter Kollege Helmut Schad nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Vielen im FUSS e.V. ist er nicht nur als hochkompetenter Fachmann, sondern vor allem auch als Freund und interessanter Gesprächspartner sowie als edler, bescheidener Mensch bekannt gewesen. Helmut war seit 1991 Mitglied im erweiterten Bundesvorstand des FUSS e.V. In seinem 26-jährigen Wirken hat er sich nicht nur mit neuartigen Themen und Lösungsansätzen wie zum Beispiel „Gesundheit und Gehen“ beschäftigt, sondern hat auch bei organisatorischen und finanziellen Fragen geholfen.

Den meisten bekannt ist die von Helmut aufgebaute und betreute Rubrik „Kritischer Literaturdienst Fußgänger“ in mobilogisch. Über 25 Jahre lang – in 89 Ausgaben! – hat er seine sachkundigen Analysen und Kommentare zu Neuerscheinungen mit Bezug zum Gehen abgegeben – immer konstruktiv, freundlich und ermunternd. Er hatte den Überblick, welche Neuerscheinungen von Bedeutung sind und was darin wichtig und richtig ist. Er hat uns damit immer wieder von neuem den Horizont erweitert und inspirierende Einsichten verschafft.

Er konnte zuhören und wenn er etwas sagte, hatte es Hand und Fuß: Er war eher ein moderierender Mensch, keiner, der vorne stehen wollte, um Stellungnahmen abzugeben. Folgerichtig war er auch ein toller Moderator für Gruppen, die gemeinsame Ziele suchten oder Aussagen formulieren wollten.

Seit 2006 arbeitete Helmut als Dozent und Projektleiter am Institut für Tourismuswirtschaft ITW der Hochschule Luzern. Er hat dort viele wissenschaftliche Projekte entwickelt und veröffentlicht. Er war ein Grenzgänger zwischen Disziplinen und hat so dem Themenbereich Mobilität viele neue Impulse vermittelt. Er hat zum Beispiel das Thema „Multilokalität“, also das gleichzeitige Wohnen an verschiedenen Orten, auf den Radarschirm der Wissenschaft und Praxis gebracht. Er war ein Pionier der Entdeckung und Formulierung neuer verkehrsbezogener Zusammenhänge, die dem Stand der Wissenschaft oft Jahre voraus waren. Weil er so bescheiden im Auftreten war und nie ein Aufheben um seine Erkenntnisse machte, gehört er vermutlich zu den am meisten unterschätzten Verkehrswissenschaftlern im deutschsprachigen Raum.

Helmut war aber nicht nur wissenschaftlicher Praktiker, sondern auch Genussmensch, Weinkenner und Feinschmecker. Er wusste zum Beispiel, was eine gute Schwarzwälder-Kirsch­torte ausmacht (er wollte hierzu noch einen Führer schreiben) und hat als Hobbykoch seine Freunde verwöhnt. Zudem war er ein profunder Kenner der Independent-Musik und ein Fan des SC Freiburg, an dessen Heim- und zuweilen auch Auswärtsspielen er wenn möglich dabei war.

Das Unterwegssein gehörte nicht nur zu seinen wissenschaftlichen Hauptthemen, sondern war Teil seines Lebens. Schon als Kind und Jugendlicher ging er in seiner Heimatregion auf lange Erkundungstouren – zu Fuß und mit dem Rad. Und auch später hat er auf seinen zahlreichen Wanderungen und Spaziergängen mit Freunden immer wieder Bezüge zum Leben und zur Philosophie hergestellt. Er war sowohl ein Liebhaber und Kenner norwegischer Landschaften als auch der nahen Umgebung.

Nun hat Helmut seine letzte Reise angetreten. Wir verlieren einen Freund, Ratgeber und „Brückenbauer“, einen unermüdlich Aktiven der ersten Stunde. Wir trauern mit seiner Partnerin, Susanne Suter, seiner Familie, den Freunden und Kollegen.

Seine Freunde in Deutschland und der Schweiz

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