Unsere Forderungen für eine städtische Fußverkehrsstrategie

Fußverkehr – Forderungen für eine städtische Strategie

Gehwege, Querungen, Grünanlagen, Straßenbänke, Schutz vor Hitze, Beleuchtung – wir haben unsere wichtigsten Forderungen an die Stadt Frankfurt und die Fußverkehrsbeauftragte in einer Pressemitteilung zusammengefasst.

 

 

Pressemitteilung: Fußverkehr – Forderungen für eine städtische Strategie

G e h w e g e
Wir fordern die verbindliche Einhaltung der in den Richtlinien empfohlenen Mindestbreiten. Darüber hinaus ist insbesondere in Gebieten mit dichter Wohnbebauung eine Mindestbreite von 3 Metern anzustreben.
Dort wo dies nicht der Fall ist, muss die Stadt aktiv eine bauliche Verbreiterung der Gehwege umsetzen.
Während der Ausführung von Baumaßnahmen müssen Fußwegebeziehungen erhalten bleiben.
Gehwege sind von artfremder Nutzung frei zu halten. Das gilt für Kraftfahrzeuge, ausgewiesene Abstellflächen für Fahrräder und Roller, Schaltkästen sowie Ticket- und Ladesäulen.
Auch Masten und Poller dürfen nicht in den Gehweg ragen; sie sind direkt am Bordstein zu platzieren.
Gehwege sind barrierefrei zu gestalten und frei von Hindernissen zu halten, so dass sie von allen Menschen selbstständig und sicher und genutzt werden können.

Q u e r u n g e n
Fortbewegung durch Gehen braucht kurze Wege. Deshalb braucht es gut gesicherte Straßenquerungen in der Stadt, die es den zu Fuß gehenden erlauben direktere und damit kürzere Wege zu nehmen.
Bedarfsampeln sollen, soweit es aus Sicht der Verkehrssicherheit vertretbar ist, entbehrlich gemacht und durch strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie Sicherungsmaßnahmen wie Zebrastreifen und schmalere Fahrbahnen ersetzt werden.
Wo Bedarfsampeln erhalten bleiben, sollen sie kürzere Wartezeiten durch verkürzte Rotphasen, längere Grünphasen für den Fußverkehr, einen besseren Schutz vor abbiegenden Fahrzeugen sowie grüne Geh-Wellen über geteilte Fahrbahnen, Kreuzungen und Plätze bieten.
An Kreuzungen und Einmündungen ist für den Fußverkehr, insbesondere an Gefahrenstellen, eine separate sichere Grünphase einzurichten. Querungshilfen wie Zebrastreifen und Ampeln sind auszubauen, um ein sicheres Überqueren von Straßen zu ermöglichen.
Wir fordern die Installation von 100 neuen Zebrastreifen pro Jahr in Nebenstraßen, auf Schulwegen, Querungen zu Parks, Spielplätzen und Haltestellen.

H a l t e s t e l l e n
Wege zu und von Haltestellen und ihre Aufenthaltsbereiche brauchen hohe Qualität und klare, gut ausgeleuchtete barrierefreie Wegeführung. Das Ein-, Aus- und Umsteigen muss barrierefrei, sicher und stressfrei möglich sein und Vorrang vor dem individuellen Fahrverkehr haben.
Wo rund um Haltestellen Fahrbahnen zu überqueren sind, sind sie durch Zebrastreifen, fußgängerfreundliche Ampelschaltungen oder andere Querungshilfen zu sichern.

G r ü n a n l a g e n
Grünanlagen müssen dem Fußverkehr vorbehalten sein.
In großen Parks können zum Durchqueren in Ausnahmefällen einzelne Wege auch für den Radverkehr freigegeben werden, der Fußverkehr muss dabei jedoch Vorrang haben, Radfahren muss dort rücksichtsvoll und im Fußverkehrstempo erfolgen. Vorzugsweise ist jedoch der Radverkehr separat zu führen.

S t r a ß e n b ä n k e
Damit Menschen, die nur noch kurze Wege am Stück zurücklegen können, weiterhin eigenständig ihre Alltagswege bewältigen können, sind mehr Sitzgelegenheiten vorzusehen. Je nach Bebauung sollten diese nicht mehr als 100m bis 200m voneinander entfernt sein.

S c h u t z  v o r  H i t z e
Mehr Bäume oder andere Schattenspender entlang von Gehwegen, an Straßenbänken und in Wartebereichen von Ampeln und Haltestellen sollen die Folgen des Klimawandels vor Ort abmildern.

B e l e u c h t u n g
Dunkle Gehwege führen zu einem Gefühl der Unsicherheit. Die Straßenbeleuchtung muss so angepasst werden, dass sie vor allem die Gehwege ausleuchtet. Wo dies mit der existierenden Straßenbeleuchtung nicht möglich ist, muss diese durch zusätzliche Leuchten ergänzt werden.

R e g e l m ä ß i g e  F u ß v e r k e h r s – A u d i t s
Durchführung von Evaluierungen auf Quartiersebene (jedes Jahr in mehreren Stadtteilen) in Zusammenarbeit mit KITAs, Schulen, Ortsbeiräten, Seniorenbeiräten und Behindertenbeauftragten.

F a c h v e r b a n d  F u ß v e r k e h r
F U S S e .V.  R h e i n M a i n

 

 

 

 

 

 

06.07.26