Tempo 30 auf Kölner Straßen

Ein Tempo-30-Schild mit dem Zusatz Lärmschutz an einer Straße, an der Menschen auf Cafestühlen sitzen, auf der anderen Seite viele Autos im Stau

Die Kölner Ortsgruppe des FUSS e.V. hat anlässlich des Artikels “Stadt Köln führt auf sechs weiteren Straßen Tempo 30 wegen Lärms ein” im Kölner Stadtanzeiger vom 9. Dezember 2025 eine Pressemitteilung veröffentlicht:

Während es von Sommer 2024 bis Sommer 2025 in Helsinki kein einziges Todesopfer im Verkehr zu beklagen gab, müssen wir in Köln auf 15 im Straßenverkehr getötete Menschen verweisen, davon alleine fünf Fußgänger*innen (2024). Helsinki hat also die “Vision zero” erreicht – Köln ist noch sehr weit entfernt davon!

Zwar hat ein ganzes Bündel von Maßnahmen in Finnland zu diesem Ergebnis geführt, besondere Bedeutung hat aber in diesem Zusammenhang die Ausweitung von Tempo 30 in der gesamten Stadt: 60 % aller Straßen weisen diese Geschwindigkeitsbeschränkung auf. Auch in Deutschland ist bekannt, dass Tempo 30 die Unfallhäufigkeit wie auch die Schwere der Unfälle reduziert.

FUSS e.V. unterstützt Tempo 30 in der Stadt

Allein aus diesem Grund unterstützt die Ortsgruppe Köln des FUSS e.V. die Reduzierung der Geschwindigkeit auf den Straßen Kölns.
Es gibt auch noch andere Vorteile, die den in der Stadt lebenden Menschen zugutekommen: Neben der Reduzierung von Lärm entstehen auch weniger Schmutz und Feinstaub in der Luft, weniger Reifenabrieb, weniger Schlaglöcher auf den Straßen. Ein Drittel des emittierten Microplastik, das bekanntlich schon den Weg in unsere Körper gefunden hat, stammt vom Reifenabrieb. Reduzierte Geschwindigkeiten reduzieren auch dieses “Nebenprodukt”.

Herr Suthold vom ADAC verweist im Artikel auf andere Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Lärmemissionen: z.B. durch eine Dreifachverglasung, die durch die Stadt finanziert werden soll. Ganz zu schweigen davon, dass die Finanzierung von Dreifachverglasung in Wohnhäusern von der Stadt im Moment gar nicht zu leisten ist, werden Unfallhäufigkeit und Umweltverschmutzung hiervon gar nicht tangiert.

Und last but not least: Fußgänger*innen fühlen sich sicherer auf Straßen, auf denen nicht so schnell gefahren wird. Auch sie leiden unter Verkehrslärm und Luftverschmutzung.

Anne Grose
Sprecherin der Ortsgruppe Köln FUSS e.V.

10.12.25