Parkzonen für „Elterntaxis“?

Die Stadt Köln hat kürzlich in Nippes an drei Schulen sogenannte „Elternhaltestellen“ eingerichtet, unter anderem an der Ecke Kretzer-/Xantener Straße (s.a. KStA). Diese sollen eine Ergänzung zu neuen Schulstraßen sein.

Der ADAC als Automobil-Verband begrüßt dies und finanziert – juristisch bedeutungslose – Hinweisschilder.

Die Ortsgruppe Köln des FUSS e.V. sieht diese Elternhaltestellen, wie auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) oder Kidical-Mass-Sprecherin Simone Kraus, jedoch kritisch. Besteht doch die Gefahr, dass Eltern dies als Einladung verstehen, ihre Kinder per Auto zur Schule zu fahren. Dabei ist vielen oft nicht klar, dass Schulwege Lernorte sind.

Schulwege sind Lernorte

Zwei Kinder warten an einem Zebrastreifen, während ein Auto vorbeifährt

Schulwege sind soziale Übungsfelder: Hier treffen sich die Kinder, besprechen den Vortag, planen und verabreden sich für den laufenden Tag, tauschen Hausaufgaben aus und vieles mehr. Wenn sie in der Schule ankommen, haben sie mit ihren Schulkamerad*innen schon vieles besprochen, was sie dann während des Unterrichts nicht mehr tun müssen. Sie können sich besser auf schulische Dinge konzentrieren.

Neben dem sozialen Aspekt lernen die Kinder, sich im Straßenraum zu bewegen, sei es zu Fuß, mit dem Rad oder in Bus und Bahn. Sie erobern sich so ihre Stadt. Untersuchungen haben zudem ergeben, dass Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, ihre Umgebung viel bewußter wahrnehmen und ihre Orientierung verbessern.

Fußwege fördern Gesundheit und das Stadtklima

Es braucht wohl kaum erwähnt zu werden, dass Bewegung gesund ist. Natürlich bedeutet auch jede unterlassene Autofahrt, jeder unterlassene Umweg weniger Verkehr, weniger Umweltbelastung, weniger Unfälle. Und da, wo der Parkplatz für Elterntaxis sein soll, könnte ein Baum stehen, der die Luft filtert und Schatten spendet.

Das alles sind gute Gründe für den Fußweg zur Schule: Wir fordern kindgerechte Schulwege, die sicher sind, visuell attraktiv und abwechslungsreich, sodass Kinder (und Erwachsene) diese Wege gerne gehen.

10.09.26