Das Klettenplätzchen: vom Parkplatz zur grünen Oase

Der Kreuzungsbereich Hardtstraße/ Breibergstraße in Klettenberg ist einer der vielen hässlichen Plätze, von denen es in Köln (noch) viele gibt. Wie es auch anders geht, konnte man am 20.09.2025 erleben.

Mehrere Menschen stehen auf einem sonnigen, durch Topfpflanzen begrünten Platz und unterhalten sich.

Die Nachbarschaftsinitiative Klettenplätzchen hatte zum nachbarschaftlichen Kennenlernen und Austausch eingeladen. Dafür wurden vom Haus der Architektur Köln (hdak) im Rahmen des Projekts “1000 Stühle 1000 Bäume” schattenspendende, “mobile” Bäume und Stühle zur Verfügung gestellt. So wurde aus einem Parkplatz eine grüne Oase, ein lebenswerter Platz für Menschen und nicht für Fahrzeuge.

Das Projekt macht deutlich, wie selbstverständlich in Köln immer noch ein Großteil der Flächen parkenden oder fahrenden Autos vorbehalten ist. Dabei wird die Mehrheit der Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die Verteilung des öffentlichen Raumes müsse gerechter und nachhaltiger, Plätze lebenswerter gestaltet werden.

Ein Plakat zeigt den Entwurf des begrünten Klettenplätchens

Am konkreten Beispiel Klettenbergs verdeutlichte Stadtplaner Dominik Kerl die zunehmende Hitzeentwicklung innerhalb der engen Bebauung. Um diese im Viertel abzufedern, können Bäume und entsiegelte Flächen helfen. Auch er plädierte für eine gerechte Aufteilung des öffentlichen Straßenraums entsprechend der prozentualen Nutzung durch Radfahrer, Fußgänger, ÖPNV und den Autoverkehr.

Denn auch daran mangelt es immer noch im Viertel, wie Anne Grose, Sprecherin vom Fuss e.V. Köln, zeigte. Sie wies auf die vielfach zugeparkten Gehwege hin und forderte deutlich mehr Platz für einen verkehrssicheren Fußverkehr für alle, besonders auch für Kinder und Menschen mit Einschränkungen.

“Kann das nicht so bleiben?”

Ein vielfältiges Musik-Programm, Yogaübungen unter freiem Himmel, Präsentationen und Info-Stände führten dazu, dass eine Frage immer wieder zu hören war: “Kann das nicht so bleiben?”

Die Vision der Nachbarschaftsinitiative Klettenplätzchen bleibt: Das Klettenplätzchen nicht nur wenige Stunden im Jahr, sondern dauerhaft ohne Autoverkehr als Ort der Begegnung und des Miteinanders im konsumfreien Raum vielfältig nutzen zu können.

Nicht nur dafür setzen sich Renate Husemann-Welp, Christoph Plath und Ekkehard Welp (alle Mitglieder von FUSS e.V. und der Nachbarschaftsinitiative Klettenplätzchen) ein. Darüber hinaus ergreifen sie immer wieder die Initiative für sichere, ausreichend breite und fußgängerfreundliche Gehwege in Klettenberg und Sülz: durch persönliche Gespräche und im Kontakt mit den zuständigen Behörden, besonders auch bei der geplanten Umgestaltung der Petersbergstraße.

15.10.25