Europäische Mobilitätswoche 2025 in Bremerhaven
Vom 16.09. bis 23.09.2025 fand in Bremerhaven wieder die Europäische Mobilitätswoche statt. Des gesamte Programm findet sich unter diesem Link.
Ergebnisse der Aktionen FUSS e.V. Bremerhaven zur Europäischen Mobilitätswoche
Ergebnisse der Mobilitätswoche 2025
Ist die Fußgängerampel Friedrich-Ebert-Str. gegenüber dem Bremerhavener Hauptbahnhof sicher und alltagstauglich?
(www.fuss-ev.de/bremerhaven)
Wir überprüften die örtlichen Bedingungen der ausgewählten Querungen sowie ihre Qualitätsanforderungen Wartezeit, Grünphase und Räumungszeit.
Ampel 1: Fußgängerampel Friedrich-Ebert-Str., vor dem Hauptbahnhof
Diese Ampel ist täglich stark frequentiert, da sie nicht nur zum Bahnhof und den städtischen Buslinien führt sondern auch durch die Bahnhofspassage mit einem recht großen Konsumangebot. Hier findet man u.a. einen Kiosk, Cafés, Bäcker, Fleischer und Bremerhaven Bus. Die örtlichen Bedingungen: Eine Besonderheit ist, dass Zu-Fuß-Gehende hier eine über vier Spuren gehende Fahrbahn überqueren müssen, wenn sie vom Hauptbahnhof aus den Busanschluss Richtung Süden (Wulsdorf, Grünhöfe) oder Osten (Surheide, Schiffdorferdamm, Reinkenheide) nutzen. Der Bussteig ist so lang, dass max. 4 Busse rechts und links der Ampeln zur gleichen Zeit hier halten können. Da Busse die Ampelschaltungen zusätzlich beeinflussen, kann sich die Wartezeit für Fußgänger auch schon mal auf 3 Min. (max. Zeit sollte 40-60 Sek. betragen) erhöhen. Für diejenigen, die die gesamte Straßenbreite überqueren müssen, ist der Bussteig eine Verkehrsinsel mit einer zusätzlichen zweiten Ampelschaltung. Als gefährlich stellte sich der Fahrradweg an beiden Außenseiten der Friedrich- Ebert Str. dar, der erhebliches Konfliktpotenzial bietet.
Ergebnisse unserer Aktion:
- Es gibt sog. Stoßzeiten, wenn Züge aus Cuxhaven, Bremen, Buxtehude am Hbf ankommen. Die Bussteige sind dann stark frequentiert und da die beiden Ampelschaltungen der Fußgängerampel nicht lange genug auf grün stehen, wird es auf der Insel sehr beengt und es kommt zu Gedränge. Das kann gefährlich werden, wenn Leute nicht schnell genug einen freien Platz ergattern.
Verbesserungsvorschlag: Beide Ampeln sollten die Möglichkeit bieten,dass jeder es schafft, in einer Grünphase die Gesamtbreite von 5 Spuren zu überqueren.
- Unsere Beobachtung zeigte, dass gehbehinderte Menschen es nicht schaffen, mit der grünen Ampelphase plus Räumzeit die Straße zu queren. Wir nehmen an, dass Senioren mit oder ohne Rollatoren und Eltern mit kleinen Kindern nicht in der Lage sein werden, den vierspurigen Straßenbereich zu queren.
Verbesserungsvorschlag: Die Grünphasen der beiden Ampeln müssen adäquat verlängert werden, sodass jede/r es schaffen kann, in einer Grünphase die Gesamtbreite von 5 Spuren zu überqueren.
- Die Beobachtung ergab, dass Umstiege verpasst werden, weil die rote Ampelphase tatsächlich 3 Minuten Wartezeit bedingte. Umsteiger liefen bei rot über die Straße, eine jüngere Frau hielt sich an die Vorschrift und verpasste ihren Anschluss.
Verbesserungsvorschlag: Beide Ampeln sollten grundsätzlich eine maximale Dauer der Rotphase von 40-60 Sek. nicht überschreiten,damit der Anschluss-Bus erreicht werden kann.
- Eine große Anzahl von Querenden haben tatsächlich die Straße in voller Breite bei rot oder in der Nähe der Ampel gequert!
Dies ist ein Hinweis darauf, dass die zwei Fußgängerampeln in der jetzigen Einstellung nicht alltagstauglich sind.
Verbesserungsvorschlag: Die Grünphasen beider Ampeln sollten verlängert werden.
- Gefahr: Fahrrad (E-Scooter) fahrer*innen: Der Radweg auf der Seite des Bahnhofsgebäudes ist kaum zu erkennen, eine Markierung fehlt, bzw. ist lückenhaft. Hinweisschilder für die Radfahrenden fehlen.
Viele Fahrradfahrer*innen kennen offensichtlich nicht die Regel, dass sie aus Rücksicht auf die Aus- und Einsteiger halten müssen.
Es gibt keine gekennzeichnete Standfläche für die Wartenden an dieser Seite der Ampel.
Eine Standfläche gibt es allerdings für die Wartenden auf der westlichen Straßenseite.
Der Radweg hier ist aber auch problematisch, da es für die Radfahrer*innen weder eine Ampel gibt, noch findet sich ein Hinweisschild auf die Querenden.
Verbesserungsvorschlag: Markierungen, Hinweisschilder, Radf.ampeln
Ampel 2: Fußgängerampel Georgstr./ Elbinger Platz
Auch diese Ampel wird sehr viel genutzt durch die Nähe einer Kita, einer Schule und einem Familienzentrum. Viele Schüler*innen, Studierende und Arbeitnehmer*innen benutzen diese Querung vom Bahnhof kommend Richtung Fischereihafen und Innenstadt und wieder zurück.
Örtliche Bedingungen: Die Georgstr. ist an dieser Ampel 5-spurig. Vermutlich deshalb hat diese Querung eine „Insel“, die durch ein Metallgestell die Zu-Fuß-Gehenden extra schützen soll.
- Gefahr: Warteinsel Dort zu stehen verursacht Stress bei den Wartenden, einmal durch die reale Gefahr, dass ein Fahrzeughalter die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren könnte, aber auch durch den hohen Lärmpegel an dieser Kreuzung aufgrund der hohen Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos (50 km/Std.) und vieler LKW (ab der Ampel gilt für diese 30 km/Std, sie müssten also im Ampelbereich schon abbremsen).
- Gefahr durch Fahradfahrer*innen An jeder Seite der Georgstr. gibt es einen Fahrradweg, der auch Konfliktpotenzial bietet. Zur Ulmenstraße ist das Gebiet verkehrsberuhigt, Schild „Spielstraße“. Nicht jedem Fahrrad- und KFZ-Nutzer ist klar, dass hier die Zu-Fuß-Gehenden Vorrang haben. Bei der Ampelquerung kann es sein, dass es für die Personen mit Fahrrad oder E-Scooter auf der Verkehrsinsel zu eng wird, vor allem wenn es sich um Lastenräder handelt.
Der Fahrradweg auf der Ostseite hat eine Haltelinie an der Ampel für die Querenden, die allerdings gerne übersehen wird, da sich kurz danach eine Ampel auch für Fahrradfahrer*innen befindet.
Verbesserungsvorschläge: Kein Halt mehr auf den „Inseln“, stattdessen Durchgängigkeit! Das Mindestmaß der Wartephase an den Ampeln zum Standard machen,und die Grünphase so zu verlängern, dass auch für Ältere, Gehbehinderte und Kinder die Ampelquerungen sicher sind. Tempo 30 für alle Kraftfahrzeuge Eine Fahrradampel und /oder Beschilderung für Fahrrad-/E-Scooter-Fahrer*innen, die oft nicht wissen, dass Schritttempo und Halt das Gebot sind!
Auswertung:
„Spaziergang für alle am17.09.2025“
– Ein Fußwege-Check im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche 2025 –
(www.fuss-ev.de/bremerhaven)
Der Weg führte vom Holzhafen über die Bismarckstr, Kaistr., über den Hauptkanal und an ihm entlang bis zur Bussestr./ Geestehafen, Bülowstr., Berliner Platz, Schönianstr., Elbinger Platz und zurück zum Holzhafen.
Der grüne Wanderschuh steht für eine positive Bewertung aus der Sicht von Fußgänger*innen, der rote Stinkestiefel für eine negative.
Folgende Grünbereiche wurden als positiv bewertet, da sie alten Baumbestand und Sitzgelegenheiten aufweisen, sowie Spielmöglichkeiten bieten für Kinder und am Holzhafen auch für Erwachsene.
Beispiele sind der Holzhafen, der Grünstreifen zwischen Marina und Elbinger Platz und der Berliner Platz.
Zu einer guten Aufenthaltsqualität sorgen auch große Bänke mit Blick auf`s Wasser am Hauptkanal.
Positiv wurde auch die Schreiter – Skulptur „memento maris“ bewertet, da sie zum Nachdenken über Bremerhaven anregt. Der Sinn allerdings erschließt sich nicht allein durch den lateinischen Titel, der einer Ergänzung bedarf.
Sehr schöne und sinnlich erfahrbare Bilder ergeben der Blick von der Kaistraße auf den Weser-Yacht-Club, der auch den zum großen Teil zugeschütteten ehemaligen Querkanal hier nutzt, der Blick auf den Hauptkanal mit seinen Booten und der alten Drehbrücke sowie der Blick von der Bussestr. auf Geeste und Weser.
Ein historisches Denkmal findet sich auf der Kaistr. Hier sieht man noch den Rest von Straßenbahnschienen und einer ehemaligen Haltestelle. Ein weiteres findet man am Geestehafen, hier erkennt man noch den Zugang zur ehemaligen Schleuse von der Geeste zum Handelshafen.
Positiv zu bewerten ist auch, dass der Kreuzungsbereich von Kai-, Ulmenstr. und Elbinger Platz zu einer verkehrsberuhigten „Spielstraße“ umgewidmet wurde. Die Zu-Fuß-Gehenden haben hier Vorrang, auf sie muss Rücksicht genommen werden. Die Beschilderung ist deutlich, aber es muss noch Informationsarbeit für alle Beteiligten, speziell aber auch für Radfahrer*innen geleistet werden.
Unsichere Querungen
1. Die Querung vom Holzhafen über die Bismarckstr. zur Bülkenstr. ist sehr stark frequentiert! Zu-Fuß-Gehende müssten Umwege in Kauf nehmen, was aber faktisch nicht getan wird. Ideen: Anlegen eines Zebrastreifens oder einer Mittelinsel
2. Vom Spielplatz Berliner Platz über die Borriesstr. zur Schönianstr. Zu-Fuß-Gehende müssten auch hier Umwege in Kauf nehmen, was aber faktisch nicht getan wird.
3. Querung Bismarckstr./ Elbinger Platz mit Mittelinsel. Gefahren entstehen dadurch, dass die Ampel nur manchmal durchgehend grün geschaltet ist und Querende, die die veränderte Ampelschaltung nicht wahrnehmen, einfach weitergehen. Die Insel ist auch zu klein, um in stark frequentierten Zeiten Platz genug aufzuweisen, da nicht nur Zu-Fuß-Gehende, sondern auch Fahrrad- und E-Scooter-Nutzer die Straße von beiden Seiten queren. Diese Insel ist auch eine besondere Gefahr, da hier neben einer Abbiegespur Kraftfahrzeuge vierspurig mit 50 km/h vorbeirauschen.
Sonstige Probleme
- Bismarckstr./ Holzhafen: Fahrradweg schwenkt von der Straße wieder auf den Fußweg. Beschilderung (links Fahrradweg / rechts Fußweg) entspricht nicht der Realität.
- Der geplante Fußweg statt Parkplätze entlang dem Hauptkanal / Kaistr. ist immer noch nicht umgesetzt
- nach Aussage einer Bewohnerin der Kaistr. wird die Straße zurzeit auch von LKW benutzt, die vermutlich aus dem Fischereihafen kommen…
- Geestehafen / Zufahrt alte Schleuse ist nicht mehr zugänglich, Kaimauern baufällig, das Grün und die Bänke zum Teil abgesperrt, Unrat liegt herum!
- Es gibt auf dem o.g. Spazierweg keine öffentlichen Toiletten! Evt. bei der Restauration „Liegeplatz“ des Weser-Yacht-Clubs, wenn diese geöffnet hat.
Zu-Fuß-Wege oft nicht barrierefrei
- Kaistr.hat bisher nur an einer Seite einen Bürgersteig. Dieser ist aber für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer*innnen und Menschen mit Rollator oder Kinderwagen kaum nutzbar. Es fehlen abgesenkte Kanten und der Untergrund ist „holprig“.
- Das Überqueren der Kaistr. Richtung Kanalbrücke ist auch nicht barrierefrei: Der Bürgersteig ist nicht abgesenkt, das Pflaster uneben, Pfützenbildung!
- Der Weg am Hauptkanal ist nur über unebene Pflastersteine zu erreichen.
- Der Weg vom Hauptkanal hoch zur Bussestr. führt über steile Treppen und ist für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer*innen und Menschen mit Rollator oder Kinderwagen nicht nutzbar.
- an der Bülowstr / Brommystr. ist die Absenkung der Bürgersteige mangelhaft
- Der Bürgersteig an der Schönianstr. Ist auch „holprig“ und nicht abgesenkt.
