Home arrow Presse arrow 2004-02: 10 Jahre Grüner Pfeil in ganz Deutschland
2004-02: 10 Jahre Grüner Pfeil in ganz Deutschland Drucken E-Mail
Am 1. März 1994 wurde der aus der DDR stammende grüne Blechpfeil trotz weitgehender Ablehnung durch die Fachwelt auch in den alten Bundesländern eingeführt. Der Grünpfeil gestattet den Fahrzeugführern, auf dem rechten Fahrstreifen nach dem Anhalten auch bei roter Ampel nach rechts abzubiegen. Dabei muss nach Paragraf 37 der Straßenverkehrs-Ordnung StVO die Behinderung insbesondere der Fußgänger ausgeschlossen sein. Diese höchstmögliche Sorgfaltspflicht wird nach Erkenntnis des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. von zu vielen Kraftfahrern nicht erfüllt.

Am 1. März 1994 wurde der aus der DDR stammende grüne Blechpfeil trotz weitgehender Ablehnung durch die Fachwelt auch in den alten Bundesländern eingeführt. Der Grünpfeil gestattet den Fahrzeugführern, auf dem rechten Fahrstreifen nach dem Anhalten auch bei roter Ampel nach rechts abzubiegen. Dabei muss nach Paragraf 37 der Straßenverkehrs-Ordnung StVO die Behinderung insbesondere der Fußgänger ausgeschlossen sein. Diese höchstmögliche Sorgfaltspflicht wird nach Erkenntnis des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. von zu vielen Kraftfahrern nicht erfüllt.

Die fünf Jahre nach der Einführung des Grünpfeils nachgelieferte wissenschaftliche Untersuchung der "Projektgruppe Grünpfeil" der Bundesanstalt für Straßenwesen BASt in Bergisch-Gladbach stellte 1999 ein vielfältiges Konfliktpotenzial fest. "Die Regelung verursacht bundesweit jährlich etwa 100.000 Beinah-Unfälle, leider immer wieder auch Unfälle mit Personenschäden," *) bilanziert der Bundesgeschäftsführer Bernd Herzog-Schlagk vom FUSS e.V. auf der Grundlage dieser Verkehrskonflikt-Beobachtungen und Unfallanalysen. "Vor allem gefährdet sind Radfahrer(innen) und Fußgänger(innen), besonders Blinde, Seh- und Mobilitätsbehinderte sowie Kinder."

Die Erfahrungen mit den derzeit etwa 5.000 Ampeln mit einem Grünen Pfeil in den Ländern und Städten sind sehr zwiespältig und widersprüchlich; das zeigen die seit nunmehr zehn Jahren hin- und herschwankenden kommunalpolitischen Beschlüsse und das An- und Abmontieren des grünen Blechpfeiles. Die Einführung der Grünpfeilregelung erfolgte mit der Vorstellung, damit den Autostau in den Griff zu bekommen. Die noch immer bestehende Ablehnung von Verkehrswissenschaftlern und Unfallforschern wurde bisher kaum beachtet. Selbst die Vorgaben für verschärfte Einsatzbedingungen durch die von der Bundesregierung beauftragten "Projektgruppe Grünpfeil" wurden bis auf wenige Ausnahmen nicht in die Verwaltunsgvorschriften zur StVO aufgenommen.

Zur Versachlichung der Diskussion und der Entscheidungen hat der FUSS e.V. eine Literaturrecherche zur Grünpfeil-Regelung in Deutschland erarbeitet (www.Gruenpfeil.de). Das Ergebnis ist nach Ansicht des Autors Peter Struben "mehr als ernüchternd: Der grüne Blechpfeil bringt wenig hinsichtlich der Beschleunigung des Autoverkehrs. Er beinhaltet aber insgesamt 32 mögliche Konflikt- und Unfallsituationen zwischen allen Verkehrsteilnehmern, die aus teilweise parteipolitischen Gründen einfach nur hingenommen werden. Das ist unverantwortbar."

Der FUSS e.V. fordert, dass eine rote Ampel an Kreuzungen für den Autoverkehr wieder ein absolutes Haltegebot darstellen muss. Nach Ansicht des Verbandes ist die Grünpfeil-Regelung in Deutschland abzuschaffen. Der Grünpfeil führt unnötigerweise zu Behinderungen und Gefährdungen und verstößt darüber hinaus nach Ansicht der Rechtsexperten gegen das internationale geltende Wiener Übereinkommen über Straßenverkehrszeichen.

FUSS e.V. hat alle verfügbaren Studien und Untersuchungen zum Thema Grünpfeil ausgewertet. Informationen finden Sie auf der Website www.Gruenpfeil.de .

Die folgenden Veröffentlichungen zum Thema können Sie in unserem Online-Shop in der Rubrik Broschüren > Fußverkehr - Queren bestellen:

  • Der Grüne Pfeil. Konflikt- und Unfallpotenzial an Ampeln mit Grünpfeil. 154 Seiten, A4, 45 Abb., März 2004. Preis: 15,00 Euro,
  • Der Grüne Pfeil. 18 OH-Folienmit Erläuterung, 18 farbige Folien, 39 SeitenVrotragstext, A4, März 2004. Preis: 18,00 Euro,
  • Was kann man gegen den Grünen Pfeil tun? Argumentationshilfen, Handlungsanleitungen, Musterformular für Widersprüche. 24 Seiten, A4, März 2004. Preis: 3,00 Euro

 

*) Hupfer/ Lagemann/ Riel/ Topp (Universität Kaiserslautern): Verkehrssicherheit an Knotenpunkten mit Grünpfeil, Auftraggeber: BASt, Kaiserslautern 1998, unveröffentlicht, zitiert in: BASt (Hrsg.): Rechtsabbiegen bei Rot mit Grünpfeil. Bearbeitung: Albrecht/ Brühning/ Frenzel/ Krause/ Meewes/ Schnabel/ Topp (Projektgruppe "Grünpfeil"). Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Reihe Verkehrstechnik, Heft V72. Bergisch Gladbach 1999 und Schütz/ Brühning (BASt): Verkehrsunfallgeschehen bei Grünpfeil-Regelung in den neuen Bundesländern. Bergisch-Gladbach 1998, unveröffentlicht, zitiert in: BASt 1999.     

 
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